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Weißrussland möchte sich zu einem bedeutenden europäischen Erzeugungsland für Bioethanol entwickeln. Genutzt werden sollen Flächen, die seit dem Reaktorunglück von Tschernobyl brachliegen. Es handelt sich um einige hunderttausend Hektar Agrarfläche, die in Weißrussland durch dem Unfall vor 22 Jahren für die Nahrungsmittelproduktion untauglich geworden sind. Die Erzeugung von Bioenergie wäre eine Alternative. Der irische Investor Greenfield Project Management Ltd. hat Anfang der Woche in Minsk angekündigt, bis zum Herbst eine umfangreiche Studie für die Rohstoffversorgung zweier Ethanolfabriken abzuschließen. Anschließend soll der Bau der Anlagen beginnen, die sich seit Sommer 2007 in der konkreteren Planungsphase befinden.

Die größere mit einer Kapazität von 550 Mio. Litern soll im südlichen Verwaltungsbezirk Gomel entstehen, der am stärksten radioaktiv belastet worden war. Eine zweite Fabrik mit 100 Mio. Liter ist im östlichen Bezirk Mogilev vorgesehen. Die Regierung in Minsk will sich nach Berichten der Landespresse in einem Joint Venture mit 20 Prozent an dem Vorhaben beteiligen. (En)

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