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Die Getreideernte 2006 beträgt nach vorläufigen Schätzungen des Bundesagrarministeriums (BMELV) 43,5 Mio. t. Damit liegt sie 5,4 Prozent niedriger als das Vorjahresergebnis und 5,1 Prozent niedriger als das langjährige Mittel von 45,8 Mio. t, erklärte Staatssekretär Gert Lindemann am Dienstag bei der Vorstellung des Ernteberichts des BMELV in Berlin. Die Getreidequalitäten seien überwiegend gut. Beim Brotgetreide gebe es teilweise eine "hervorragende" Qualität, bei der Braugerste sei sie nicht immer befriedigend. Das Getreide, das in der nassen Periode eingebracht wurde, müsse vielfach als Futtergetreide verwertet werden.

Durch die Wetterkapriolen sei es regional zu starken Ertragsunterschieden gekommen, berichtete Lindemann weiter. Trotz der "regional erheblichen Ernteausfälle" könne nicht von einer nationalen Katastrophe gesprochen werden, die zusätzliche Liquiditätshilfen erforderlich mache, erklärte Lindemann. Laut BMELV können die Landwirte trotz der Ertragseinbußen mit "leicht steigenden Einkommen" rechnen. Da die EU insgesamt geringere Erträge verzeichne und das Getreideangebot auch am Weltmarkt rückläufig sei, werden die Erlöse über dem Vorjahr liegen. "Die Mindererträge werden durch die hohen Getreidepreise überkompensiert", erklärte Lindemann. Der Anstieg der Verbraucherpreise bei Lebensmittel werde dennoch mit etwa 0,9 Prozent moderat bleiben. (gk)

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