Im globalen Weizenangebot machen sich Ausfälle in Russland und Kasachstan bemerkbar. Die Weizennachfrage wird von Tierhaltern angeheizt.

Auf 663 Mio. t hat das amerikanische Landwirtschaftsministerium USDA heute die Prognose zur Erzeugung 2012/13 herabgestuft. Gegenüber der Juli-Schätzung beträgt der Rückgang 2,5 Mio. t. Die Menge ist in der Größenordnung wenig überraschend. Interessant sind allerdings die Veränderungen in einzelnen Ländern.

Das USDA rechnet in Russland mit einer Weizenernte von 43 Mio. t und hat damit seine Erwartung aus dem Juli um 6 Mio. t nach unten revidiert. Auch für Kasachstan kommt es zu einer Abstufung um 2 Mio. t auf jetzt 11 Mio. t. Um 2 Mio. t höher als vor einem Monat schätzen die Amerikaner dagegen die ukrainische Weizenernte ein und beziffern sie jetzt auf 15 Mio. t. In den drei Ländern würde sich die Weizenernte 2012 auf 69 Mio. t summieren und etwa ein Drittel kleiner als im Vorjahr ausfallen.

Die globale Weizenbilanz 2011/12 wird aus Sicht des USDA deutlich enger als bisher erwartet. Weil Mais in der neuen Saison fehlt, könnte die Weizenverfütterung 2012/13 alle bisherigen Rekorde brechen. Das Washingtoner Ministerium geht jetzt davon aus, dass 134 Mio. t Weizen im Futtertrog landen werden. Das wären 14 Mio. t mehr als im Vorjahr und 6 Mio. t mehr als im bisherigen Rekordjahr 2010/11.

Der hohe Futterverbrauch muss zum Teil aus den Weizenvorräten bestritten werden. Deswegen rechnet das USDA mit einem Abbau der Endbestände 2012/13 um mehr als 20 Mio. t. Im Sommer 2013 wären dann rund um den Globus 177 Mio. t Weizen auf Lager. Im Verhältnis zum Verbrauch errechen sich 26 Prozent. Die Bilanz ist wesentlich komfortabler als für Mais. (db)
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