Die Schätzungen zur globalen Getreideernte bleiben unsicher. Die vom US-amerikanischen Landwirtschaftsministerium USDA kalkulierte Erhöhung der Endbestände weltweit ist mit 16 Mio. t zwar positiv, aber gemessen am Verbrauch recht klein. Tatsächlich entspricht sie nur 0,6 Prozent des geschätzten Getreideverbrauchs weltweit in Höhe rund 2,4 Mrd. t im Wirtschaftsjahr 2012/13, sagte Ludwig Striewe vom Hamburger Rohstoffhandelsunternehmen Alfred C. Toepfer International. "Der wirklich entscheidende Faktor ist das Wetter", sagte Striewe auf dem Futtermittelhandelstag auf der Burg Warberg in dieser Woche.

Gewisse Unsicherheiten gebe es auch bei den tatsächlichen Anbauflächen für Weizen. Diese könnten sich um einige Millionen Hektar von der zunächst geschätzten Zahl unterscheiden, was die tatsächliche Erntemenge beeinflusse. Für Deutschland und andere europäische Länder sowie für Länder der Schwarzmeerregion sei beispielsweise auch erst jetzt, Mitte des Monats Mai, sicher, dass mindestens 10 Prozent der ursprünglich geschätzten Weizenmenge durch Frostschäden nicht am Markt erscheinen werde. Aus Spanien würde umfangreiche Trockenschäden gemeldet. Weizen könnte in diesem Jahr zu einem relativ knappen Gut werden, so Striewe weiter. Er gehe daher von einem anhaltend hohen Preisniveau aus. (jst)
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