Weizenbilanz ohne Engpass

Die Aussicht auf eine hohe US-Weizenernte könnte Preisdruck auf den internationalen Märkten auslösen. Die globale Erzeugung sinkt zwar, ein Engpass zeichnet sich jedoch keinesfalls ab. In seiner ersten Prognose zur Weltweizenerzeugung 2012/13 geht das amerikanische Landwirtschaftsministerium USDA von 678 Mio. t aus. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr würde 17 Mio. t betragen. Da der Verbrauch 2012/13 mit geschätzten 686 Mio. t höher als die Erzeugung ausfällt, zeichnet sich ein Abbau der Bestände ab. Mit 27 Prozent des Jahresverbrauches blieben sie jedoch auf einem Niveau, das als auskömmlich gilt. 

Für die USA rechnet das Ministerium mit einer Weizenernte von 61 Mio. t. Es würde sich um die größte Ernte seit dem Wirtschaftsjahr 2008/09 handeln. Hinzu kommen gute Aussichten für die kanadische Ernte. Die Erzeugerpreise der US-Farmer werden voraussichtlich sinken, stellt das USDA in Aussicht. Es nennt allerdings für die neue Saison 2012/13 noch eine recht weite Spanne von umgerechnet 150 bis 190 €/t. Als mittleren Weizenpreis haben die US-Farmer in der laufenden Saison umgerechnet rund 205 €/t erzielt.

Die bevorstehende EU-Weizenernte (inklusive Durum) beziffert das USDA auf 132 Mio. t. Der europäische Verband Coceral hatte Ende März rund 127 Mio. t Weichweizen und 7,8 Mio. t Durum geschätzt. Die Prognose des Internationalen Getreiderates von Ende April lautet 133 Mio. t insgesamt. Im Vorjahr hatten die EU-Landwirte rund 137 Mio. t Weichweizen und Hartweizen gedroschen. (db)
stats