Weizenfuture für die gesamte EU gefordert

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Europa spielt im Handel mit Agrarfutures zurzeit keine Rolle. Die Umsätze mit Weizen und Raps an der Matif in Paris sind verschwindend klein, wenn man sie mit den Umsätzen an den Warenterminbörsen in den USA oder in China vergleicht. Vor allem im internationalen Weizenhandel hat die EU an den Terminmärkten und der dort stattfindenden Preisbildung nicht das Gewicht, das ihr angesichts ihrer Marktbedeutung zukommt. Deswegen fordert Christian Gerlach, Analyst für Rohstoffmärkte bei Dow Jones, einen europäischen Weizenfuture, der für alle 27 EU-Länder geeignet ist. „Wenn wir einen gemeinsamen EU-Markt haben, brauchen wir auch passende Kontraktspezifikationen“, sagte Gerlach heute bei einer Veranstaltung des Nachrichtendienstes in Frankfurt am Main. Diese seien wichtig, damit die Notierungen mit den Kassapreisen an den physischen Märkten korrelieren. Der Matif-Weizenfuture bilde dagegen nur die Verhältnisse am französischen Markt ab, lautet die Hauptkritik Gerlachs. Der RMX-Weizenfuture kann schon seit Monaten keine Umsätze mehr verbuchen. Für einen neuen europäischen Weizenfuture sei es jedoch wichtig, „ideologische Verkrustungen“ aufzubrechen. (db)
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