Saatgutkongress

Weizenhybride ein Weg zu mehr Ertrag

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Bei Mais und Roggen war die Einführung von Hybriden eine Erfolgsstory. "Das war wie ein Turbo, der gezündet hat", erläutert Dr. Friedrich Longin von des Landessaatzuchtanstalt in Stuttgart heute während des Saatgutkongresses, der im Rahmen der Agritechnica in Hannover stattfand.

Weizen hinkt hinterher, aber auch bei dieser Kultur stellt Longin Ertragsfortschritte fest. Von rund 1.600 geprüften Hybridsorten sind mehr als 600 besser als die beste Liniensorte. Der beste Hybridweizen erzielt laut Longin 125 dt/ ha, gut 10 Prozent Mehrertrag. Schwierig ist dagegen die Saatgutproduktion, weil Weizen sich selbst befruchtet. Dieses natürliche System muss ausgeschlossen werden, erklärt Longin weiter.

Bisher gelingt dies nur durch chemische Kastration mittels Gametoziden, die aber nur in Frankreich zugelassen sind. Dadurch werde das Saatgut teurer. Der Einsatz von Weizenhybriden lohnt sich zurzeit nur auf weniger günstigen Standorten, ergänzte Dr. Katja Börgermann vom Deutschen Bauernverband. 

Aber auch der Zuchtfortschritt bei Liniensorten solle nicht außer Acht gelassen werden, mahnten Dr. Erich Friedt von der Universität Gießen und Dr. Carl Bulich von der Gemeinschaft zur Förderung der privaten Pflanzenzüchtung (GFP).

Der Zuchtfortschritt manifestiere sich nicht nur in der Ertragsleistung, sondern auch in punkto Krankheitsresistenz und Qualitätseiegnschaften, so Friedt. Auch Hybridweizen müsse Resistenzeigenschaften aufweisen, ergänzte Bulich.

Weizenhybride sind ein viel versprechender Weg zu mehr Ertrag. Darin waren sich die rund 200 Kongressteilnhemer einig. Allerdings sind noch einige Hürden bis dahin zu nehmen. (AW)
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