Weizenmarkt hat Wetter in Russland auf dem Schirm


Trockenheit im Süden Russlands hat an den Weizenmärkten die Bullen auf den Plan gerufen. Produktionsrückgänge könnten das Exportpotenzial verringern. Am Donnerstag haben die Weizenkurse am Chicago Board of Trade beträchtlich zugelegt. Am Freitagmittag haben sich die Börsen sowohl in Chicago als auch in Paris zwar zunächst wieder beruhigt. Doch Marktteilnehmer in Deutschland blicken weiter nach Russland. In den wichtigen Anbaugebieten für Winterweizen im Süden des Landes war es zuletzt zu trocken. Nach Einschätzung eines Hamburger Marktbeobachters hängt nun viel davon ab, wie weit die Winterweizenbestände entwickelt seien. Je später sie in der Entwicklung vorangeschritten seien, desto besser für das Ertragspotenzial, sagte er zu agrarzeitung.de. Generell müsse man die Situation in Russland im Blick haben.

Das Institut für Agrarmarktstudien (IKAR) in Moskau hat kürzlich vor Trockenheit unter anderem in Rostow und Stawropol gewarnt. Das einflussreiche Analystenhaus Sovecon spricht ebenfalls von ungünstigen Witterungsverhältnissen in diesen für den Exportmarkt wichtigen Regionen, schreibt der Informationsdienst Agrimoney. Die Analysten der Macquarie-Bank sähen in der Trockenheit in Russland die wichtigste Stütze für die Weizenpreise, da das Land sich als Anbieter von günstigem Weizen auf dem Weltmarkt etabliert hat. Die Getreideausfuhren aus Russland im kommenden Wirtschaftsjahr 2012/13 sieht Sovecon bei 20 Mio. t und damit 28 Prozent niedriger als in der laufenden Saison.  (pio)
stats