Weizenpreis stützt Braugerste


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Die weltweite Wirtschaftskrise trübt vielen Konsumenten den Biergenuss. Große Brauereikonzerne drosselten im 1. Quartal den Bierausstoß. Vor allem in den sicher geglaubten Boommärkten Russland und Großbritannien verzeichnet Michael Fleischer, Interbrau GmbH, Hamburg, drastische Einbrüche beim Bierkonsum. Unmittelbar davon betroffen sind Mälzereien, die auf ihren Kontrakten sitzenbleiben. „Brauereien verschieben Malz-Lieferkontrakte bis in das kommende Kalenderjahr“, kritisierte Fleischer heute während des ED-Seminars:"Vor der Ernte" in Weimar. Damit gerate die gesamte Kette bis zur Braugerste durcheinander, kommentierte er das Geschäftsgebaren. Brauereien bauen derzeit ihre hohen Malzbestände ab, um sich finanziell zu entlasten. In der EU türmen sich die Bestände von Braugerste zu Beginn der neuen Ernte 2009 auf rund 700.000 t. Damit verlängere sich der Verarbeitungszeitraum für alterntige Ware bis Oktober.

Eine gewisse Zurückhaltung beim Verkauf von Braugerste spürt Fleischer auch in diesem Jahr bei deutschen Landwirten. Für die neue Ernte veranschlagt der Braugerstenhändler eine Spanne von 130 bis 160 €/t frei Mälzerei. Derzeit bekomme Braugerste große Unterstützung durch den Aufwärtstrend bei Sojabohnen, Mais und Weizen. Ohne diese Stützung läge der Braugerstenpreis sicher niedriger, so Fleischer. (da)

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