Weizenqualitäten leiden unter Wetterkapriolen

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Wegen der unbeständigen Witterung in Norddeutschland wächst unter den Händlern die Sorge um die Qualitäten von Weizen und Roggen. "Wir gehen auf den leichteren Standorten wegen der hohen Niederschläge von qualitativen Beeinträchtigungen aus", erläuterte diese Woche ein Mecklenburger Landhändler gegenüber der Agrarzeitung Ernährungsdienst (ED). Nach Informationen des ED zeichnen sich vor allem in Nord- und Ostdeutschland, aber auch im Süden Qualitätsprobleme ab: Rückläufige Fallzahlen beim Weizen und Roggen treten ebenso auf, wie niedrige Hektolitergewichte und geringere Proteinwerte. Auf guten Ackerstandorten sind noch keine Schäden zu erwarten. Sollte die unbeständige Witterung während der kommenden Tage anhalten, ist eine deutliche Preisdifferenzierung beim Weizen wahrscheinlich.

Beim B-Brotweizen und A-Weizen sind die Kaufideen mit 102,- EUR/t und 107,- EUR/t franko Hamburg vorerst unverändert. Der Anteil von A-Weizen im Anbau in Ostdeutschland ist gegenüber der Ernte 2004 um 8 Prozent auf jetzt 45 Prozent gestiegen. Beim E-Qualitätsweizen werden am Hamburger Markt Preise von 121,- EUR/t für die Lieferung im August genannt. In Rostock liegen die Kaufideen um die 117,- EUR/t für die Lieferung im August. Der zuletzt etwas festere französische Markt hat damit ersten Einfluss auch auf das hiesige Preisgefüge. Die Weizenerträge im Süden Frankreichs sollen um 10 bis 15 Prozent unter den bisherigen Annahmen liegen. Im Norden Frankreichs werden die Erntearbeiten durch ergiebige Regenfälle unterbrochen: 40 Prozent des französischen Weizens, meist nördlich von Paris, sind noch auf dem Acker. (Ps)

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