Weizenrallye pausiert

Der kräftige Anstieg der Weizennotierungen hat ein vorläufiges Ende gefunden. Die Folgen des Kälteeinbruchs sind aber noch nicht absehbar. Der Preisauftrieb an den internationalen Börsen ist am Donnerstag unterbrochen worden. Befürchtungen über Auswinterungsschäden sind jedoch nicht von Tisch, denn die Kältewelle soll Europa noch bis Ende kommender Woche im Griff halten.

Mit den frostigen Temperaturen sind allerdings die Getreideexporte vom Schwarzen Meer zum Erliegen gekommen. Für Russland hat das Agrarministerium in Moskau die bisherigen Exporte in der Saison 2011/12 mit 19,1 Mio. t Getreide nach unten korrigiert. Mitte Januar waren etwas höhere Mengen von 19,5 Mio. t genannt worden. Im Februar will die russische Regierung eine vorläufige Prognose für die gesamte Saison erstellen und dann entscheiden, ob im Frühjahr die Exporte gedrosselt werden sollen.

Für die Ukraine gibt das Agrarministerium in Kiew bekannt, dass von Juli 2011 bis Ende Januar 2012 rund 11,4 Mio. t Getreide exportiert sein sollen. Das bisher ausgegebene Exportziel für 2011/12 ist mindestens doppelt so hoch. Immerhin hat das Land nach der jüngsten Schätzung des ukrainischen Statistikamtes 2011 fast 57 Mio. t Getreide und damit ein Rekordergebnis eingebracht. Jetzt geraten aber mehr die Prognosen zur neuen Ernte 2012 in den Blickpunkt. Die Wintergetreideaussaat war bereits im Herbst durch Trockenheit beeinträchtigt. Der jetzige Frost schädigt die Kulturen zusätzlich. (db)
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