Report Agrarmärkte 2017/18

Weizensilos noch lange gut gefüllt

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Bei Weizen liegen die maßgeblichen Schätzungen der internationalen Beobachter zur globalen Ernte 2017/18 zurzeit zwischen 736 und 738 Mio.t. Diese Menge würde im Vergleich zum Rekordergebnis des Vorjahres einen Rückgang von etwa 2Prozent bedeuten. In den einzelnen Erzeugungsländern sind die Tendenzen aber unterschiedlich. Mehr Weizen als im Vorjahr werden voraussichtlich die EU, China und Indien einfahren.

Dagegen steht ein kräftiger Rückgang in den USA, wo das niedrigste Niveau der vergangenen elf Jahre erwartet wird. In Russland sieht es zurzeit nach einer weiteren hohen Ernte aus, auch wenn es nicht ganz das Rekordergebnis des Vorjahres wird. Weniger ernten werden voraussichtlich die Landwirte in Kanada und Australien. Dort sind jedoch nach den Rekorden der Saison 2016/17 hohe Bestände vorhanden, die noch viele Monate auf die Weltmärkte drücken werden.

Im globalen Maßstab bleibt Weizen überreichlich – allein schon sichtbar an den ständig wachsenden Endbeständen. Einen Indikator mit noch höherer Aussagekraft bietet das Verhältnis von Endbeständen zum Verbrauch. Er könnte 2017/18 auf Basis der Weizenbilanz des US-Agrarministeriums (USDA) auf etwa 35 Prozent anwachsen (siehe Grafik). „Knappheit sieht anders aus“, bemerken dazu die Agrarmarktanalysten der Commerzbank. Deswegen sehen sie für die Weizenpreise vorerst auch kaum Aufwärtspotenzial.

Anders sieht es am Maismarkt aus. Die wichtigsten Erzeugungsländer erwarten 2017/18 eine kleinere Ernte als im Vorjahr. Im globalen Maßstab beträgt der Rückgang zum Vorjahr etwa 4Prozent auf 1,03 Mrd.t. Die Unsicherheiten sind aber noch sehr hoch. Die US-Erzeugung dürfte zwar allein wegen einer erheblichen Flächeneinschätzung deutlich sinken, aber jetzt kommen noch mögliche Auswirkungen der anhaltenden Nässe hinzu. In der EU wiederum ist es vor allem die Trockenheit, die Ernteerwartungen noch nach unten schrauben kann. In China wirkt sich aus, dass die Regierung bei den Flächensubventionen für Mais auf die Bremse tritt.

Wegen des Erzeugungsrückgangs bei anhaltend hohem globalem Verbrauch rechnet das USDA mit einem kräftigen Bestandsabbau. Das Verhältnis von Endbeständen zum Verbrauch würde auf rund 18 Prozent sinken, nachdem dieser Wert über drei Jahre auf einem komfortableren Niveau von 21 bis 22 Prozent gelegen hatte. Diese neue Konstellation verschafft dem Maispreis nach der Analyse der Commerzbank „zumindest etwas Spielraum nach oben, auch wenn die Bäume nicht in den Himmel wachsen dürften“. (db)
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