Weltbank-Studie zu Biokraftstoffen in der Kritik

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Die Treibstoffgewinnung aus Pflanzen hat Lebensmittelpreise bedeutend stärker in die Höhe getrieben als bisher angenommen. Dies geht aus einem vertraulichen Bericht der Weltbank hervor, den am vergangenen Freitag die britische Zeitschrift "The Guardian" veröffentlich hat. Demzufolge sind wegen der Produktion von Biokraftstoffen die Preise für Nahrungsmittel um 75 Prozent gestiegen. Die Analyse des international anerkannten Volkswirts Don Mitchell stehe in einem drastischen Widerspruch zu den bisherigen Annahmen und besonders zu den Einschätzungen für die Preisentwicklung durch die USA, berichtet der Guardian. Diese würden den Preisanstieg bei Lebensmitteln auf Grund der Biospritproduktion bei nur drei Prozent sehen. Bisher sei die Weltbank-Analyse nicht veröffentlicht worden, um die US-Regierung zu brüskieren. Die USA würden die gestiegenen Lebensmittelpreise auf die rasant steigende Nachfrage in Indien und China zurückführen, während der Weltbank-Bericht die höhere Biosprit-Nachfrage in den USA und Europa als Ursache für die Preisexplosion sieht, zitiert der Internetdienst pressetext.de Manfred Schöpe, Experte für Agrarwirtschaft beim Institut für Wirtschaftsforschung. (da)
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