az-Länderserie

Weltmarktführer mit Haselnüssen und Weizenmehl

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Die Türkei ist Weltmarktführer bei der Produktion von Haselnüssen, Kirschen, Feigen und Aprikosen. Und auf Position2 steht sie beispielsweise bei Honig- und Wassermelonen oder Gurken. Obst und Gemüse, Nüsse und Steinfrüchte prägen große Teile der Agrarwirtschaft.

Auch die Weizenproduktion fällt ins Gewicht. Mit einer Ernte 2016 von 17,5 Mio.t (Vorjahr: 19,5 Mio.t) nimmt die Türkei unter den globalen Erzeugungsländern Rang 10 ein. Hoch sind auch die Importe, die das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) 2016/17 auf 5,0 Mio.t (4,4 Mio.t) schätzt. Deutlich mehr als die Hälfte liefert Russland.

Der Weizenverbrauch innerhalb des Landes liegt bei weitgehend konstanten 17,8 Mio.t. Ebenfalls stabil sind die Exporte von rund 5,6 Mio.t, die überwiegend als Weizenmehl ausgeführt werden. Die Türkei steht zusammen mit Kasachstan an der Weltspitze der Mehlexportländer. Türkisches Mehl geht zum Großteil in die Nachbarländer Irak und Syrien. Es gibt aber auch asiatische Abnehmer wie die Philippinen.

Die türkische Gerstenernte war im aktuellen Jahr geprägt von sehr niedrigen Erträgen. Bei einer zum Vorjahr unveränderten Anbaufläche von 3,4 Mio. ha wurde bei einem durchschnittlichen Hektarertrag von 1,4 t/ha (2,2 t/ha) lediglich eine Produktion von 4,8 Mio.t (7,4 Mio.t) erzielt. Da die Ernte den Eigenverbrauch von 5,5 Mio.t (6,9 Mio.t) nicht decken kann und lediglich eine Menge von 300000t (129000t) importiert wird, sinken die Endbestände deutlich. Mehrheitlich wird Gerste in der Türkei zu Futterzwecken verwendet.

Eine weitere wichtige Kultur ist Mais. Basierend auf einer Anbaufläche von 570000 ha (620000 ha) und einem durchschnittlichen Hektarertrag von 9,7 t/ha (10,0 t/ha) produziert die Türkei 5,5 Mio.t Mais (6,2 Mio.t). Bezüglich des Ertrages gehört die Türkei weltweit zu den führenden Produzenten.

Grundlage bietet die staatlich subventionierte Bewässerung, die künftig aber nicht mehr flächendeckend gewährt werden soll. Deswegen rechnen Branchenverbände schon 2017 mit einer kleineren Anbaufläche. Damit könnten auch die Maisimporte wachsen. Sie belaufen sich 2016/17 auf 1,5 Mio.t (1,1 Mio.t). Auch Mais kommt vornehmlich aus Russland und zudem aus Bulgarien, Rumänien und Serbien.

Wichtigste Ölsaat des Landes ist die Sonnenblume mit einer Erzeugung 2016 von 1,2 Mio.t (1,0 Mio.t). Um die Kapazitäten der türkischen Ölmühlen von etwa 1,5 Mio.t auszulasten, importiert das Land 2016/17 zusätzlich 350000t (396000t). (az)


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