Wenige Wochen vor Beginn der Weizenernte fallen die weltweiten Schätzungen erneut geringer aus. Dennoch übertrifft die Erntemenge 2011/12 das Vorjahr. Auf knapp 664 Mio. t Weizen schätzt das amerikanische Landwirtschaftsministerium USDA die globale Weizenerzeugung 2011/12. Das sind gegenüber der Mai-Prognose nochmals 5 Mio. t weniger. Im Vergleich zu 2010/11 steigt die Produktion allerdings um 16 Mio. t. Das USDA sieht sich zu der erneuten Kürzung der Erntemengen veranlasst, weil in der EU mittlerweile ein Ertragsrückgang von rund 7 Mio. t bevorstehen könnte. Vor allem die Trockenheit in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und in Westpolen hinterlässt ihre Spuren. Auch Überflutungen in Kanada haben Schäden in den Weizenanbaugebieten angerichtet. Hervorragende Bestände melden hingegen Australien und Argentinien. Diese Länder dürften auch im Wirtschaftsjahr 2011/12 mehr Weizen exportieren und für die Ausfälle in der EU einspringen, so das USDA in seinem Junibericht.
Insgesamt erwartet das USDA einen weltweiten Verbrauch in Höhe von 667 Mio. t, der  damit von der aktuellen Produktion von 664 Mio. t nicht mehr zu decken ist. Die weltweiten Bestände könnten um 3 auf 184 Mio. t gegenüber der Mai-Schätzung aufgestockt werden, vorwiegend weil in der EU ein niedrigerer Verbrauch erwartet wird. (da)
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