Weltweite Weizenbilanz wird noch enger

Das US-Agrarministerium zieht nach und senkt die Prognose für die australische Weizenernte. Die Endbestände schrumpfen weiter zusammen.

Um fast 5,7 Mio. t gegenüber Vormonat hat das USDA in seinem heute veröffentlichten Wasde-Bericht die Prognose für die weltweite Weizenernte im Wirtschaftsjahr 2012/13 gesenkt. Nur 653 Mio. t Weizen sollen Landwirte auf dem gesamten Globus einfahren, das sind etwa 43 Mio. t weniger als im Vorjahr.

Gespannt hatten Marktteilnehmer darauf gewartet, ob das US-Agrarministerium seine Prognose für die australische Weizenernte senken wird. Trockenheit setzt aktuell den Weizenfeldern in den wichtigen Anbaugebieten Westaustraliens zu. Australische Schätzer hatten bereits ihre Ernteerwartungen auf gut 22 Mio. t zurückgenommen. Das USDA nimmt nun auch eine Abwärtskorrektur gegenüber der Septemberschätzung vor, bleibt aber mit 23 Mio. t immer nach am oberen Rand der Erwartungen.

Geringere Ernteaussichten in Großbritannien führen zudem zu einer Abwärtskorrektur für die Weizenproduktion in der EU-27 auf 131,6 (Vormonat: 132,4) Mio. t. In Russland senkt das USDA seine Erwartungen um 1 Mio. t auf nun 38 Mio. t.

Die globalen Exporte in der laufenden Saison veranschlagt das US-Agrarministerium um 4 Mio. t niedriger als im Vormonat bei knapp 131 Mio. t. Die EU-27 soll 1 Mio. t weniger Weizen exportieren als noch im Vormonat geschätzt, das Ausfuhrpotenzial in Australien sinkt um 3 Mio. t auf 18 Mio. t. Mehr Weizen könnte Russland exportieren: Hier steigen die Erwartungen der Washingtoner Statistiker um 1 Mio. t auf 9 Mio. t.

Der globale Verbrauch an Weizen sinkt um mehr als 2 Mio. t im Vormonatsvergleich auf 678 Mio. t. Ein steigender Futtermittelverbrauch in der EU, den USA und Kanada werde durch eine geringere Verfütterung in Russland, einen geringere Nachfrage nach Brotgetreide in Indien und eine rückläufige Nachfrage aus Asien ausgeglichen.

Die globalen Endbestände sieht das USDA um 3,7 Mio. t niedriger bei 173 Mio. t. Die Weizenpreise in Paris und Chicago reagierten zunächst freundlich auf die Zahlen. (pio)
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