Report Düngemittel

Weltweiter Düngerbedarf steigt moderat


Sobald es die Witterung zulässt, beladen Landwirte ihren Streuer. Die zweite und dritte Stickstoffgabe wird immer weniger auf Vorrat eingekauft.
-- , Foto: Triferto
Sobald es die Witterung zulässt, beladen Landwirte ihren Streuer. Die zweite und dritte Stickstoffgabe wird immer weniger auf Vorrat eingekauft.

Eine große weltweite Getreideernte vor Augen, wollen Analysten im kommenden Wirtschaftsjahr 2016/17 eine leichte Flächeneinschränkung nicht ausschließen. Da kurzfristig mit keiner signifikanten Erhöhung der Weizenpreise auf den internationalen Märkten zu rechnen ist, könnten Farmer sich entschließen, ihre Bestände nicht so intensiv zu düngen wie in den Jahren, in denen höhere Erlöse winken. Diese Prognosen des Internationalen Verbandes von Düngerherstellern (IFA) beeinflussen den weltweiten Einsatz von Düngemitteln, heißt es im aktuellen IFA-Outlook von 2015 bis 2019. Entsprechend vorsichtig ist der Ausblick auf das Düngewirtschaftsjahr 2015/16, welches in wenigen Tagen, am 1. Juli 2015, beginnt.

Politische Unsicherheit ist groß

Die IFA-Prognose hält einen Anstieg der weltweiten Nachfrage von Düngemitteln um 1 Prozent auf insgesamt 186 Mio. t Ware für wahrscheinlich. Vor allem in den bislang gesetzten Wachstumsmärkten Lateinamerikas macht sich eine gewisse Ernüchterung breit aufgrund niedrigerer Getreidepreise. Der Stickstoffbedarf könnte im kommenden Jahr weltweit rund 113 Mio. t betragen, das ist nur knapp 1 Prozent mehr als im Vorjahr. In einer ähnlichen Range belaufen sich die geschätzten Nachfragesteigerungen für Phosphat und Kalium.

Etwas optimistischer sind die Marktbeobachter in ihrem fünfjährigen Ausblick. Mittelfristig könnte die Düngemittelnachfrage bis 2019/20 auf rund 200 Mio. t Ware steigen. Doch sind die Annahmen aufgrund von politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten eher vage. Zu den größten Abnehmern von Düngemitteln zählen künftig Länder in Südostasien und Afrika. Dem wachsenden globalen Bedarf sehen die Analysten gelassen entgegen. Sie verweisen auf einen Ausbau von Kapazitäten für Stickstoffdünger vor allem in China, Indonesien sowie Nordamerika in den kommenden fünf Jahren.

Läger sind geräumt

Gegenüber dem weltweiten Trend sind die Aussichten in der EU und Deutschland moderat. Hier dürfte der Einsatz mineralischer Stickstoffdünger in den kommenden Jahren zurückgehen. Für das zu Ende gehende Wirtschaftsjahr 2014/15 dürfte der Absatz von Stickstoffdüngern gegenüber Vorjahr um 1bis 2 Prozent auf  rund 1,6 Mio. t N zurückgehen. Die Läger sind für die neue Saison geräumt, sodass sich. (da)
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