Während Branchenprimus Tönnies aber auch Westfleisch ihren Wachstumskurs fortsetzen, mussten Vion und Danish Crown deutlich Federn lassen. Dies ist das Resümee der Interessengemeinschaft der Schweinehalter, (ISN), Damme, die ein Ranking der größten Schweineschlachthöfe in Deutschland zusammengestellt haben.

75 Prozent Marktanteil haben die Top 10 Unternehmen in dieser Branche. Das entspricht den Anteilen im Vorjahr. Aber, so die ISN, es gebe viel Licht und Schatten unter den Playern.

Marktführer Tönnies alleine bringe es auf einen Anteil von 27,6 Prozent unter den Top 10. Seit 2004, dem Jahr der ersten Erhebung der ISN, habe Tönnies die Schlachtungen um über 9 Millione Schweine auf heute 16,1 Miollionen gesteigert. Auch das zweite große westfälische Schlachtunternehmen, die genossenschaftliche Westfleisch in Münster, konnte weiter wachsen. Die Schlachtzahlen legten um gut 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu.

Das niederländische Unternehmen Vion musste von der ISN geschätzt werden. „Wahrscheinlich aus gutem Grund“, glauben die Macher des Rankings. An zahlreichen Standorten seien die angelieferten Stückzahlen deutlich reduziert worden. Verlängerte Zahlungsziele und mehrfache Maskenwechsel hätten dafür gesorgt, dass die Schlachtungen mindestens im zweistelligen Prozentbereich eingebrochen sein dürften. Die Schätzung der ISN liegt daher deutlich unter 9 Millionen.

Auch bei Danish Crown hätten sich die Erwartungen, die mit der Übernahme von D&S zu Beginn des Jahres 2011 verbunden worden waren, nicht erfüllt. Die Schlachtungen seien im Vergleich zum Vorjahr um fast 15 Prozent eingebrochen. Die Gründe sieht die ISN bei nicht eingehaltenen Mengenabsprachen, Abzugsmasken oder Hauspreisen sowie technischen Problemen am Standort Essen(Oldenburg), die immer wieder zu Verzögerungen im Betriebsablauf geführt hätten.

Neben den vier großen Schlachtern habe auch der Mittelstand im vergangenen Jahr gut zugelegt. Die Zahlen zeigen, dass der Verdrängungswettbewerb massiv an Schärfe gewonnen hat, erläutert ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack die Folgen des vergangenen Jahres. „Wir gehen daher davon aus, dass der Konzentrationsdruck in der Schlachtbranche im laufenden Jahr erheblich zunehmen wird“, so Staack. (hed)
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