Milchmarkt

Wenig Hoffnung auf steigende Preise


Die Phase niedriger Preise am Milchmarkt setzt sich fort. „Die Märkte sind rohstoffseitig belastet", sagte der Vorsitzende des Milchindustrieverbandes (MIV), Peter Stahl, auf dem Jahrestreffen der Branche heute in Berlin. Ursache für das hohe Angebot seien gestiegene Milchanlieferungen innerhalb weniger Länder innerhalb der EU zum Ende des Jahres 2015 aber auch außerhalb der EU. Produktionsausweitungen in Europa seien insbesondere in Irland, Polen den Niederlanden aber auch Deutschland zu verzeichnen, so der MIV-Präsident.

Nach dem mit Blick auf die Erzeugerpreise ohnehin schwachen Jahr 2015 hätten einige Molkereien für den Jahresbeginn bereits noch niedrigere Milchauszahlungspreise angekündigt. Zwar sei der Ausfall des Geschäfts mit Russland durch Lieferungen in andere Länder mengenmäßig mehr als ausgeglichen worden. Allein für Magermilchpulver seien bis Oktober 2015 im Vergleich zum Vorjahr sechs Prozent zusätzlich in Drittländer geliefert worden. Auch für Butter habe sich der Markt freundlicher dargestellt. Dies sei jedoch mit Preiszugeständnissen möglich geworden.

Nach Einschätzung des MIV werde das Niveau der Erzeugerpreise im ersten Halbjahr 2016 noch unter jenem des Vorjahres liegen. Dabei sei die Marktentwicklung für 2016 nur sehr schwer vorherzusagen, so Stahl. Als positiv sei dabei zu bewerten, dass sich der Pro-Kopf Verbrauch in Deutschland als stabil erweise, teilweise sei er sogar gestiegen. Entscheidend für die weitere Entwicklung sei jedoch das globale Rohstoffaufkommen sowie die Nachfrage aus Ländern wie China und den erdölexportierenden Ländern. Nach Aussage des MIV sei festzustellen, dass in einigen Ländern das Wachstum des Milchaufkommens wieder sinke. Auch gebe es von den Terminmärkten Signale für anziehende Kurse, wenngleich diese bisher noch sehr schwach seien. (jst)
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