Ausblick 2018

Weniger Absatz an Dünger und Pflanzenschutz

Für die Aussaat zur Ernte 2018 erwartet der BVA in Deutschland keine großen Verschiebungen zwischen den Kulturen. Bei Weizen wird ein zunehmender Anbau von A- und E-Sorten gesehen. Als Grund nannte der BVA, dass Landwirte damit möglicherweise auf die Einschränkungen bei der Stickstoffgabe, die durch die neue Düngeverordnung notwendig werden, reagieren. Bei der Umsetzung der neuen Düngeverordnung fordert der BVA praxisgerechte Lösungen. „Eine eindeutige Regelung ist für die Zulassung von Mikronährstoffbeizungen in der Herbstaussaat notwendig“, fordert BVA-Vorstandsmitglied Jörg Hartmann.

Bei Stroffstrombilanz reichen Standardwerte

Bei der Berechnung des Saatgutes in der Stoffstrombilanz fordert der BVA Regelungen, die mit einem vertretbaren Aufwand angewendet werden können. Es sei völlig ausreichend, hier mit kulturartspezifischen Standardwerten zu arbeiten. Eine Deklarationspflicht für die Proteingehalte auf jedem Lieferschein für Saatgut sei überflüssig und würde enorme Kosten verursachen.

„Die Saatgutqualität ist trotz der schwierigen Witterungsbedingungen zur Ernte gut“, stellt Hartmann fest. Die Anerkennungsquoten bei der Saatgutprüfung liegen auf einem durchschnittlichen Niveau. Insgesamt würden deshalb für alle Kulturen ausreichende Saatgutmengen angeboten, bei einzelnen Sorten könne es dennoch zu Engpässen kommen.

Niedrige Verkaufszahlen bei Sonderkulturen

Der Absatz von Pflanzenschutzmitteln ist in Deutschland weiter rückläufig. 2016 sanken sowohl der Absatz des Großhandels als auch der Verbrauch in der Landwirtschaft. Die Verkaufsmengen der Industrie gingen noch deutlicher zurück, weil der Handel im vergangenen Jahr Lagerbestände abgebaut hat. Nach den Abverkäufen im 1. Halbjahr 2017 zeichne sich ab, dass auch in diesem Jahr weniger Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, so der BVA. Ein Grund dafür seien deutlich niedrigere Verkaufszahlen bei Sonderkulturen.

Auch rechnet der BVA mit einem geringeren Düngemittelabsatz auf Grund der neuen Düngeverordnung. Die Einlagerung von Stickstoffdüngern im Großhandel war im Sommer von günstigen KAS-Angeboten osteuropäischer Hersteller geprägt. Harnstoff werde aktuell zu höheren Preisen gehandelt, der Markt sei entsprechend ruhig.

„Insgesamt hat der Großhandel in diesem Jahr zurückhaltender eingelagert“, erklärt Dr. Hans-Bernhard Overberg, BVA-Ausschussvorsitzender Pflanzenschutz & Düngemittel, dazu. Die Phosphatpreise seien stabil. Die Einlagerung von DAP für die Frühjahrsaussaat habe begonnen und werde sich über den Winter fortsetzen, so die Prognose des BVA. (AW)
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