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Der BSE-Erreger ist in Deutschland viel weniger verbreitet, als ursprünglich befürchtet, meint Prof. Thomas C. Mettenleiter, Präsident der Bundesforschungsanstalt für Viruserkrankungen der Tiere auf der Insel Riems. Es gebe keinen Vergleich zur Situation in Großbritannien, sagte er in einem Interview gegenüber der Ostsee-Zeitung. Man gehe davon aus, dass die Infektionen auf das Verfüttern von Tiermehl und tierische Fette in der Kälbernahrung zurückgehen. Endgültige Aussagen zur Verbreitung ließen sich noch nicht treffen. Die Forschung gehe inzwischen davon aus, dass es sich um eine Einzeltiererkrankung handele.

Zur möglichen weiteren Entwicklung von BSE in Deutschland sagte Mettenleiter: Fast alle bisher bekannten Fälle stammen aus dem Geburtsjahr 1996 und traten nach 5-jähriger Inkubationszeit auf. Nun erwarte man die Fälle aus den Geburtsjahrgängen nach 1996, bis das Ende 2000 ausgesprochene totale Verfütterungsverbot von Tiermehl seine Wirkung zeige. Einen Überblick über die BSE-Situation in Deutschland bietet AgroOnline unter der Rubrik Tierproduktion im "Extra: BSE". (Bm)
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