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Auch wenn die Marktaussichten für Rapssaat gut sind, wird für die Ernte 2008 in Deutschland voraussichtlich weniger Raps ausgesät als im Vorjahr. Die wiederholten Niederschläge in den vergangenen Wochen ließen eine zügige Bestellung der Äcker vielfach nicht zu, ergab eine bundesweite Umfrage der Agrarzeitung Ernährungsdienst.

In Norddeutschland stehen noch viele Flächen unter Wasser. Mit den Pflug- und Aussaatarbeiten konnte in einigen Regionen noch nicht begonnen werden. Etwa 50 Prozent der für den Raps vorgesehenen Flächen sind in Schleswig-Holstein bestellt. In Vorpommern und auch in Sachsen und Thüringen hingegen sind die Aussaatarbeiten deutlich weiter vorangeschritten. Auch auf Grund der rasant steigenden Getreidepreise gehen viele Händler davon aus, dass die Anbaufläche für Raps in Norddeutschland um 10 Prozent reduziert wird, wie es im übrigen auch EU-weit erwartet wird.

Im Westen Deutschlands kommt die Rapsaussaat voran. In Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gibt es allerdings Verzögerungen auf Grund der starken Regenfälle in der vergangenen Woche. In diesen Tagen können die Arbeiten fortgesetzt werden. In Hessen dagegen ist die Aussaat bereits bis zu 90 Prozent abgeschlossen und in Baden weit fortgeschritten. In Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen wird von einem Rückgang des Rapsanbaus in Höhe von 10 bis 12 Prozent ausgegangen, in Hessen mit einer stabilen Fläche oder sogar einer Ausweitung des Anbaus gerechnet. Auch in Baden wird von stabilen Anbauverhältnissen ausgegangen.

"Wir können es noch nicht konkret beziffern, aber es wird in ganz Süddeutschland wohl zu einer spürbaren Einschränkung des Rapsanbaus kommen", erklärt ein Saatguthändler. Inzwischen dürften in Bayern und Württemberg gut 70 Prozent der vorgesehenen Fläche ausgesät sein. (Ps/dg/HH)

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