Die Ernteschätzung des BMEL lautet demnach auf 10,2 Mio. t. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Rückgang um 1,9 Prozent und gegenüber dem langjährigen Mittel beibt die Erntemenge sogar um 5 Prozent zurück. Diese Schätzung beruht auf der „Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung“ und wurde heute vom Sachverständigenausschuss von Bund und Ländern ermittelt.

Die Erträge sind regional sehr unterschiedlich, weil die Bedingungen in den vergangenen Monaten sehr schwierig waren. Aufgrund des wechselhaften Witterungsverlaufs fallen die Hektarerträge regional sehr unterschiedlich aus. Im Bundesdurchschnitt werden rund 432 dt/ha erwartet. Dies sind 1,4 Prozent weniger als im Vorjahr und 0,8 Prozent weniger als im mehrjährigen Durchschnitt. Die höchsten durchschnittlichen Hektarerträge werden mit rund 472 dt/ha aus Niedersachsen gemeldet, wohingegen im Vorjahr: 481 dt/ha geerntet wurden. Deutlich verbessert hat sich die Ertragssituation in Bayern mit 455 dt/ha gegenüber 354 dt/ha im Trockenjahr 2015.

Die Anbaufläche erreichte 2016 nach den vorläufigen Ergebnissen der Bodennutzungshaupterhebung mit rund 235.500 ha einen neuen Tiefstand. Gegenüber dem Vorjahr wurde der Anbau um 0,5 Prozent eingeschränkt, gegenüber dem mehrjährigen Durchschnitt 2010 bis 2015 um 4,3 Prozent. Verarbeitete Kartoffelprodukte unterliegen einer wachsenden Nachfrage, so dass sich der Kartoffelanbau auf dem derzeitigen Niveau stabilisieren könnte. Die wichtigsten Anbauregionen für Kartoffeln sind weiterhin Niedersachsen mit einem Flächenanteil von 43 Prozent, Bayern mit 17 Prozent und Nordrhein-Westfalen mit 12 Prozent. (brs)
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