Report Düngemittel

Weniger Phosphat schont die Umwelt


Bodenuntersuchungen auf Acker- und Grünlandstandorten geben wichtige Hinweise zur Phosphordüngung.
-- , Foto: Hochschule Osnabrück
Bodenuntersuchungen auf Acker- und Grünlandstandorten geben wichtige Hinweise zur Phosphordüngung.

Böden sind unterschiedlich mit Phosphat und Kalium versorgt. Um den Versorgungszustand auf den jeweiligen Standorten zu bewerten, hat der VDLUFA fünf Gehaltsklassen von A bis E etabliert. Die Stufen A und B weisen eine Unterversorgung auf, D und E deuten auf eine Überversorgung hin. Beide Stufen sind nicht optimal. Vielmehr sollte der Landwirt im Sinne einer nachhaltigen Bodenfruchtbarkeit und Ertragsfähigkeit den Wert C anstreben. So steht es in den Empfehlungen der VDLUFA, die in Deutschland eine Leitfunktion haben. Dort, wo die Gehaltsklasse C erreicht ist, ist die Pflanze optimal versorgt, ohne dass es zu negativen Umwelteffekten kommt. Die aktuellen Richtwerte, die in den Bundesländern unterschiedlich umgesetzt werden, hat der VDLUFA im Jahr 1997 herausgegeben.

Seither haben jedoch Entwicklungen stattgefunden, die die Wissenschaftler im Verband veranlasst haben, die Richtwerte für Phosphor in den Gehaltsklassen A bis E zu senken. Eine ausführliche Begründung hierzu liefert ein aktuelles Positionspapier, das der agrarzeitung (az) vorliegt.

Schon seit Längerem haben Betriebe weniger Phosphor (P) gedüngt, heißt es in dem Papier. So haben ostdeutsche Betriebe ihren P-Einsatz nach der Wende erheblich zurückgefahren. Sie zehrten von den Vorräten, die sie zu Zeiten der Planerfüllung in den LPG anlegen mussten. Dieser Rückgang hat dazu geführt, dass beispielsweise in Sachsen und Thüringen knapp 50 Prozent der Ackerflächen in die Gehaltsklassen A und B rutschten. Ein Trend zu abnehmenden P-Gehalten auf Acker- und Grünland ist aber auch in Westdeutschland feszustellen.

Eutrophierung nimmt zu

Doch trotz der reduzierten P-Bilanzüberschüsse in den Ackerbauregionen haben die P-Einträge aus der Landwirtschaft, die zur schädlichen Eutrophierung in Gewässern beitragen, zugenommen. Sie machen zwischen 50 und 60 Prozent der gesamten Einträge in die Nord- und Ostsee aus. Für das Umweltbundesamt sind dies die negativen Nachwirkungen von langjährig zu hohen P-Bilanzüberschüssen.

Aber auch die Preissteigerungen von Phosphatdünger zwingen Landwirte zu einer disziplinierten Düngeplanung. Ein weiterer Grund für einen rückläufigen Einsatz sind die endlichen Phosphorreserven. Zusammengefasst haben diese naturwissenschaftlichen und ökonomischen Faktoren einige VDLUFA-Mitglieder veranlasst, die Phosphor-Düngeempfehlungen zu überarbeiten. Grundlage für die jetzt vorgenommenen Änderungen bildeten jahrelange Feld- und Bodenuntersuchungen, die die Wissenschaftler in ihren Fakultäten und Landesanstalten betreuen. Dabei hat sich herausgestellt, dass die ermittelten P-Werte im Boden um einiges von den bisherigen Richtwerten abweichen. Die Auswertung der Daten hat beispielsweise ergeben, dass ein Aufdüngen der Böden in der bisherigen Gehaltsklasse B auf das derzeitige Niveau von C unnötig ist. Auch eine Erhaltungsdüngung in Grünland ist nicht immer notwendig.

Abgeleitet von den Datenserien empfiehlt die VDLUFA-Arbeitsgruppe in ihrem Positionspapier, die unteren Richtwerte der Gehaltsklasse C für Ackerböden und Grünland von 4,5 auf 3mgP/100g Boden und die oberen Richtwerte von 9 auf 6mgP/100g Boden zu senken (siehe Übersicht). Die Werte sind jedoch nicht in Stein gemeiselt. Um zu gewährleisten, dass die vorgeschlagenen Richtwerte auch unter ungünstiger Witterung die gewünschten Erträge der Kulturen sicherstellen, muss der Landwirt die Regeln der Guten Landwirtschaftlichen Praxis zur P-Verfügbarkeit einhalten.


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Bodenbedeckung sinnvoll

Dazu gehört ein guter Kalkzustand der Böden, da sich bei sub-optimalen pH-Werten die Bodenstruktur verschlechtert und die Wurzeln schwer an das Phosphor kommen. Die Wissenschaftler raten dazu, Wirtschafts- und Mineraldünger einzuarbeiten, um einen möglichst hohen P-Ausnutzungsgrad zu erreichen. Zudem sollte eine ganzjährige Bodenbedeckung erfolgen, um Verluste von P durch Wasser- und Winderosion zu vermeiden. In der Fruchtfolge sollte eine P-Grunddüngung zu Kartoffeln, Mais, Zuckerrüben und Winterraps erfolgen. (da)
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