Weniger Winterweizen in Frankreich

In Frankreich sind umfangreich Wintersaaten geschädigt. Auf den umgebrochenen Feldern wächst vornehmlich Sommergerste. Die Anbauverhältnisse ändern sich. Die französische Fläche für Winterweizen sollte zur Ernte 2012 eigentlich einen Rekordumfang erreichen, hatte das Statistikamt Agreste in Paris noch im Februar festgestellt. Jetzt hat es die Flächenschätzung revidiert. Die Auswinterungen beziffert Agreste bislang auf knapp 560.000 ha oder 8 Prozent der Wintersaaten. Das meiste davon sind rund 355.000 ha Winterweizen und 175.000 ha Wintergerste. Winterraps soll nur auf 12.000 ha komplett geschädigt sein. Allerdings merkt hier das Statistikamt an, dass sich diese Fläche noch erhöhen könnte. Französische Agrarverbände hatten im März von insgesamt bis zu 700.000 ha Auswinterungsfläche gesprochen.

Nach den Korrekturen von Agreste steht Winterweizen jetzt nur noch auf etwa 4,7 Mio. ha. Die Fläche wäre 5 Prozent kleiner als im Vorjahr und 3 Prozent kleiner als im Fünfjahresdurchschnitt. Für Wintergerste ergeben sich nur noch 920.000 ha, ein Minus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr und sogar von 23 Prozent gegenüber dem Fünfjahresdurchschnitt. Allerdings könnte der gesamte Gerstenanbau zulegen, weil die französischen Landwirte umfangreich Sommergerste gesät haben. Für diese Kultur erwartet Agreste, dass zur Ernte 2012 mehr als 800.000 ha und damit zwei Drittel mehr als in den Vorjahren wachsen.

Da für Winterraps in der französischen Agrarstatistik bislang keine größeren Auswinterungen berücksichtigt sind, weisen die Zahlen noch eine größere Flächenzunahme aus. Agreste schätzt zur Ernte 2012 eine Anbaufläche von fast 1,6 Mio. ha. Das wäre eine Ausdehnung um etwa 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr und plus 5 Prozent gegenüber dem Fünfjahresmittel. Die Rapsfläche wäre um einiges größer als der deutsche Anbau, der zur Ernte 2012 bislang auf reichlich 1,3 Mio. ha geschätzt wird. (db)
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