Rheinland-Pfalz

Weniger landwirtschaftliche Nutzfläche


Aktuell gehen in Rheinland-Pfalz täglich rund 3,6 ha landwirtschaftlich genutzte Fläche verloren. Ein wesentlicher Grund ist der Neubau von Wohn- und Gewerbegebieten.

Der Ausbau von Straße, Schiene, Hochwasserschutz, Rohstoffabbau oder Energiegewinnung sind trägt ebenfalls zum Verlust landwirtschaftlicher Nutzfläche bei. Mitte der 1970er Jahre wurden knapp 50 Prozent des Landesgebietes als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen. Heute sind es noch 41,8 Prozent und damit rund 140.000 ha weniger, meldet die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz.

Den größten Aderlass verzeichnete das Ackerland mit einem Minus von rund 150.000 ha im genannten Zeitraum, während die Rebfläche mit knapp 64.000 ha etwa konstant blieb. Die Flächen mit Dauergrünland sind zwar ebenfalls etwas kleiner geworden, der Grünlandanteil an der landwirtschaftlichen Fläche hat jedoch zugenommen. Ein Problem mit dem Umbruch von Dauergrünland besteht demnach nach Einschätzung der Kammer nicht.

Der Flächenanteil anderer Nutzungsarten hat dagegen zugenommen. Die Waldfläche ist etwa um über 66.000 ha auf 42 Prozent der Landesfläche angestiegen. Rheinland-Pfalz ist damit das Bundesland mit dem höchsten Waldanteil und das einzige Land mit mehr Wald als Landwirtschaftsfläche.

Möglichkeiten, den Flächenverbrauch zu senken, sieht die Kammer in einer strikten Bedarfsorientierung bei der Ausweisung neuer Baugebiete. Hier sollte die Innenentwicklung, also die Schließung von Baulücken und die Schaffung neuen Wohnraums im Bestand, Vorrang vor der Außenentwicklung haben. Die Optimierung der Infrastruktur dürfe nicht um jeden Preis fortgesetzt werden. Flächenkompensation, Schutzgebiete und die Folgen der Energiewende sollten mit partnerschaftlicher Beteiligung der Landwirtschaft behandelt werden. Für Flächenstilllegungen im Zuge des Greening, sieht die Kammer in Rheinland-Pfalz keinen Spielraum. Bundesweit wird der tägliche Flächenverbrauch mit 90 ha beziffert. (dg)

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