Kalibergbau

Werra-Produktion stark eingeschränkt

Die Kaliproduktion an der Werra erfolgt nur noch sporadisch. Immer wieder macht Niedrigwasser eine Einleitung von Salzabwässern, die beim Kaliabbau entstehen, unmöglich. K+S kann deshalb nur eingeschränkt Kali abbauen. Mit Hochdruck sucht nun K+S nach Möglichkeiten, die Salzabwässer zu entsorgen. Mit der Versenkung von Produktionsabwässern in unterirdischen Hohlräumen ist endgültig ab 2021 Schluss. Dann tritt der Masterplan Salzreduzierung in Kraft.

Mittlerweile hat K+S nach Informationen von agrarzeitung.de die vom Regierungspräsidium Kassel geforderte 3-D-Modell Prognose über die Gewässerbelastung vorgelegt. Darin beschreibt das Unternehmen, mit welchen Einträgen in den kommenden Jahren zu rechnen ist. Von dieser Bewertung ist unter anderem abhängig, ob die Kasseler Aufsichtsbehörde eine neue Versenkerlaubnis in die Werra ausstellt. Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke betont immer wieder, dass er sich der Verantwortung dieser Entscheidung sehr bewusst ist.
Auch die Landesregierung in Thüringen hat ein großes Interesse am Fortbestand des Kalibergbaus und der damit verbundenen Arbeitsplätze. Das Verbundwerk Werra liegt im Grenzgebiet von Thüringen und Hessen. Auf Initiative von Ministerpräsident Bodo Ramelow suchten Vertreter von Politik, Unternehmen, Behörden Gewerkschaften und Hochschulen am Montag auf dem Kali-Gipfel n Erfurt nach Lösungen, um die jährlich rund 7 Mio. Kubikmeter Salzlauge zu entsorgen. Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) machte jedoch klar, dass solange das Grundwassers gefährdet ist, nicht verpresst werden darf. Das Land habe eine entsprechend "klare Stellungnahme" an das Regierungspräsidium in Kassel geschickt.

Ramelow hingegen gab sich optimistischer und regte an, dass ein Teil der Abwässer im stillgelegten Bergwerk Bischofferode eingelagert werden könnte. Nach Informationen der Ostthüringer Zeitung sei dort Platz für 18 Mio. Kubikmeter. Damit könnte die Produktion über Jahre gesichert werden. Rainer Gerling  Leiter des K+S Werkes,  freute sich über die Unterstützung. Die Lage sei ernst. Die Entsorgungsoptionen reichten nicht, um 2017 voll produzieren zu können, erklärte er. Derzeit befände sich jeder sechste Beschäftigte in Kurzarbeit.

Ende des Jahres läuft eine Ausnahmeregelung zur Versenkung über 725.000 Kubikmeter Salzabwasser aus. Ein Sprecher des Regierungspräsidiums in Kassel wollte auf Anfrage von agrarzeitung.de über den Stand einer neuen Versenkerlaubnis keine Angaben machen, weil alle Beteiligten noch fieberhaft versuchen, zu einer Lösung zu kommen. (da)
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