In Zeiten hoher Düngemittelpreise weist der Rheinische Landwirtschaftsverband (RLV) auf die düngende Wirkung von Stroh hin. Allerdings wird Stroh derzeit auch von Tierhaltern gesucht. Stroh enthält nach RLV-Angaben rund 3 kg/t Phosphat und 14 bis 20 kg/t Kali. Dabei schwanken die Werte je nach Getreideart und Bodenbeschaffenheit. Darüber hinaus erhöhe die Strohdüngung zusätzlich zu der positiven Nährstoffwirkung den Humusgehalt des Bodens. Eine ausgeglichene Humusbilanz sei für die Fruchtbarkeit des Bodens wichtig, betont der RLV.

In diesem Jahr ist Stroh allerdings eher Mangelware. So wurden in Frankreichs Getreideanbauregionen bereits frühzeitig große Strohmengen aufgekauft zur Versorgung der notleidenden Tierhalter im Süden des Landes. In den Niederlanden ist Berichten zufolge Stroh ebenfalls gesucht. Wie auch in Deutschland haben viele Getreideerzeuger, um den Erntefortschritt und die Neuansaat zu beschleunigen, das Stroh direkt gehäckselt und damit als Düngemittel eingesetzt. Hinzu kommen jene Erzeuger, die ihr Stroh wegen der anhaltend nassen Ernteunterbrechung nicht mehr bergen konnten. Diese können sich nun mit der Düngewirkung trösten. (brs)
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