Deutschlands größter Geflügelvermarkter, die PHW-Gruppe, hat das Geschäftsjahr 2014/15 (per 30. Juni) mit einem Umsatz von über 2,3 Mrd. € abgeschlossen. Mit dem leichten Plus gegenüber dem Vorjahr (2,27 Mrd. €) ist Vorstand Peter Wesjohann zufrieden, wie er im Gespräch mit der Lebensmittel Zeitung sagt. Wesjohann rechnet nicht mit einer Steigerung der Geflügelerzeugung in Deutschland. Wachstumsmöglichkeiten würden sich aber durch die steigenden Zahl der Flüchtlinge ergeben, von denen die meisten moslemischen Glaubens seien und eine hohe Affinität zu Geflügel hätten.

Neben dem Geflügelgeschäft im In- und Ausland verschafft sich Wiesenhof weitere Standbeine. Eines davon ist Veggie. Hier ist PHW zunächst mit Produkten für den Großverbrauchermarkt eingestiegen. Im August folgten unter der Marke Wiesenhof vegane Fleischwurst und vegane Mortadella. Weitere Produkte sind geplant. „Der Markt hat inzwischen ein Volumen erreicht, das ihn für uns attraktiv macht", begründet Wesjohann den Schritt. Er geht davon aus, dass das Segment 3 bis 5 Prozent des Wurstmarktes erobern kann. Laut Gfk ist dieser über 8,4 Mrd. Euro groß.

Chancen in einem wachsenden Markt sieht Wesjohann auch im Fischgeschäft, das im klassischen LEH und im Discount eine ähnliche Entwicklung erlebt, wie ehedem das Geflügelsortiment. Das Angebot wandert von der Theke immer mehr in Richtung SB. Und hier kennt Wiesenhof sich aus. „Wir verfügen über eine funktionierende Logistikkette und Verpackungs-Know-how, unser Partner ist kompetent bei der Rohstoffbeschaffung", sagt Wesjohann. Im Juli hat Wiesenhof mit der Icefresh-Gruppe ein Joint Venture gegründet. Die Kartellamtsgenehmigung ist gerade eingetroffen und nun beginnt das junge Unternehmen mit der Auslieferung der ersten Produkte unter Privat Label. (SB)
stats