Großbrand

Westfleisch gibt Paderborn nicht auf


Die Aufräum‐ und Sicherungsarbeiten am Standort Paderborn laufen auf Hochtouren. Ein auf Großbrandschäden spezialisiertes Rückbau‐Unternehmen werde noch mehrere Wochen benötigen, um die Schäden zu beseitigen, teilte Westfleisch mit. Paderborn bleibe eine Option als Produktionsstandort, betont Deutschlands drittgrößter Fleischproduzent. Derzeit würden verschiedene Planungsszenarien vorbereitet, um eine belastbare Grundlage für das angestrebte Genehmigungsverfahren zu schaffen. Durch den Brand und den wirtschaftlichen Totalschaden seien produktionsrelevante Betriebsgenehmigungen erloschen oder müssen neu geordnet werden.

Ein Genehmigungsantrag würde in jedem Fall höhere Produktionskapazitäten als bisher beinhalten, da sich die Branchenstrukturen deutlich verändert haben und nur wettbewerbsfähige und ökonomisch ausgereifte Projekte einen langfristigen Erfolg für die Landwirtschaft und die Region in Aussicht stellen. Westfleisch geht davon aus, dass nach einem positiv beschiedenen Antrag mindestens drei Jahre für Konzeption, Bau und Inbetriebnahme eines neuen Fleischcenters eingeplant werden müssen. Ob der Antrag noch in diesem Jahr gestellt wird, sei im Moment nicht absehbar. Ein möglicher Neustart in Paderborn könne somit frühestens 2019 oder 2020 erfolgen.

Die Viehsammelstelle im ehemaligen Wartestall des Fleischcenters werde von den Landwirten rege genutzt. Der Sammelpunkt soll langfristig erhalten bleiben, um die reibungslose Abwicklung der Viehströme zu gewährleisten. Der Westfleisch‐Standort Paderborn war einer von insgesamt sechs Schlacht‐ und Zerlegebetrieben innerhalb der Westfleisch‐Gruppe. Pro Woche wurden dort etwa 1.300 Rinder geschlachtet sowie 30.000 Schweine geschlachtet und zerlegt. (SB)
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