1

Westfleisch baut im kommenden Jahr mit einer Vertriebsgesellschaft im Baltikum und einem Jointventure in China das Exportgeschäft weiter aus. Das kündigte Dr. Helfried Giesen, Geschäftsführender Vorstand der Westfleisch eG, Münster, auf dem Deutschen Fleisch Kongress in Frankfurt a.M. an, berichtet LZ-Net. "Im Fleischexport herrscht Aufbruchstimmung", ist Giesen überzeugt. Daran ändere auch der kurzfristige Einbruch durch die Finanzkrise nichts. Die deutsche Fleischbranche sei auf Export angewiesen. Westfleisch verzeichnet laut Giesen inzwischen eine Exportquote von 40 Prozent, vor 15 Jahren waren es noch 10 Prozent. In den ersten drei Quartalen diesen Jahres steigerte der genossenschaftliche Fleischkonzern mit inzwischen acht Tochtergesellschaften, den Exportumsatz um 42 Prozent auf 400 Mio. € und den Absatz um 38 Prozent auf 240.000 t. Im Drittlandsgeschäft konnte Westfleisch den Absatz im 1. Halbjahr sogar um 300 Prozent steigern. Damit entwickelt sich das Unternehmen deutlich besser als der Markt, der nur um 60 Prozent zulegen konnte. In China und Hongkong wird Westfleisch in diesem Jahr viermal soviel Ware absetzen wie im Vorjahr, in Polen sogar fast fünfmal soviel.

Einen Faktor für den Exporterfolg sieht Giesen in der Organisation. Die Vertriebsverantwortlichen müssten möglichst nah an der Ware und an den Entscheidern sein, mahnte Giesen. Deshalb seien Muttersprachler unentbehrlich. Außerdem müsse man Währungsschwankungen und Transportkosten im Griff haben. Auf dem Weltmarkt beobachtet Giesen aktuell eine Strukturveränderung, wie er sie noch vor drei Jahren so nicht erwartet habe. Der Fleischkonsum werde steigen. Als Konkurrenten sieht er Smithfield und JBS. (ED)

stats