Exportaussichten

Westfleisch sieht Brexit gelassen


Bei einem Selbstversorgungsgrad von nur 55 Prozent wird das Vereinigte Königreich auch in Zukunft auf Fleischimporte angewiesen sein, erwartet Michael Schulze Kalthoff. Daran werde sich kurzfristig nicht viel ändern, ist sich der für Westeuropa zuständige Vertriebsleiter sicher. Westfleisch sei in der Lage, auch in Zukunft einen guten Teil der Importe liefern zu können. 2015 exportierte Westfleisch 39.000 t Fleisch nach Großbritannien, das waren rund 4 Prozent der Westfleisch-Produktion und 10 Prozent des Exportvolumens.

Verträge aufmerksam prüfen

Kurzfristig sieht man in Münster das England-Geschäft vor allem durch den Wertverfall des britischen Pfundes beeinflusst. „Bestehende Verträge mit Abnehmern und künftige Geschäfte sind aufgrund der Wechselkursentwicklung aufmerksam zu prüfen“, erklärt Schulze Kalthoff in der aktuellen „Info für Landwirte“ der Genossenschaft. Trotz allem seien die Geschäftsbeziehungen mit den Kunden aus Großbritannien intakt und daran werde sich mittelfristig nichts ändern.

Folgen des russischen Embargos wettgemacht

Auch für das langfristige Geschäft hält Westfleisch die Brexit-Folgen für beherrschbar. Die Erfahrung zeige: „Wo eine Tür zugeht, gehen zwei andere auf.“ Russland sei dafür ein gutes Beispiel, denn mengenmäßig sei der Ausfall durch das Embargo auf anderen Märkten mehr als wettgemacht worden, so Kalthoff. Allerdings stehe noch nicht einmal fest, ob und wann Großbritannien aus der EU austritt. Deswegen seien alle Überlegungen, was im Falle eines Falles passieren könnte, reine Spekulation.

Westfleisch exportierte im vergangenen Jahr 426.100 t Fleisch- und Fleischwaren, das waren 44 Prozent der gesamten Absatzmenge. (SB)
stats