Ein Windrad in Sachsen-Anhalt
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Ein Windrad in Sachsen-Anhalt

Investoren können damit ihre Gebote für diese Ausschreibung in den kommenden Wochen abgeben. Das Höchstgebot für den Gebotstermin 1. Mai beträgt 7 ct/kWh – abzugeben ist der Wert für einen Referenzstandort unter Annahme optimaler Bedingungen. Die Gebote, in denen die niedrigste Förderhöhe angeboten wird, erhalten den Zuschlag, bis das Volumen der jeweiligen Ausschreibungsrunde erreicht ist. Für diese Runde beträgt es 800 MW.

Nach Solar jetzt auch Windkraft

Mit den Ausschreibungsverfahren für Windenergieanlagen an Land werden nach denen für Solaranlagen nunmehr auch Zahlungen für die ausbaustärkste Technologie wettbewerblich ermittelt. Denn mit der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) gibt es seit Jahresbeginn keine feste Vergütung für den eingespeisten Strom mehr. Die Betreiber der Windanlagen müssen jetzt Ausschreibungen gewinnen. "Damit fallen beide Hauptsäulen der Erneuerbaren Energien zu ganz wesentlichen Teilen unter die Ausschreibungen“, sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Er ergänzt: „Unsere Erfahrungen, die wir bei den Solarausschreibungen gemacht haben, werden auch bei Wind zu schnellen und rechtssicheren Ergebnissen führen.“

Besonderheiten für Bürgerenergiegesellschaften
Vor allem kleine Betriebe aber auch Einzelpersonen fürchten die Konkurrenz internationaler Akteure. Um die Ausschreibungen auch für Bürger zugänglich zu machen, gelten Sonderregeln für sogenannte Bürgerenergiegesellschaften. Dies sind Zusammenschlüsse von mindestens zehn natürlichen Personen, von denen mindestens sechs im Landkreis wohnen, in dem die Windenergieanlage errichtet werden soll. Diese Gesellschaften können sich bereits vor der Erteilung einer Genehmigung um die Förderung bewerben, erhalten den Zuschlagswert im Einheitspreisverfahren und haben eine längere Errichtungsfrist.
Es gilt das Gebotspreisverfahren, so dass der Zuschlagswert dem jeweils angebotenen Preis entspricht, darauf weist die Bundesnetzagentur hin. Gebote, die sich auf Anlagen mit einem Standort im Netzausbaugebiet befinden, werden nur berücksichtigt, bis die insoweit geltende Grenze von 258 Megawatt erreicht wird. Die Details zum jetzt eröffneten Gebotsverfahren hat die Bundesnetzagentur hier veröffentlicht.

Zahlungen nach dem EEG 2017

Die Zahlungshöhe für erneuerbaren Strom wird nach dem EEG 2017 für größere Anlagen grundsätzlich nicht mehr gesetzlich vorgegeben, sondern wettbewerblich ermittelt. Die Ausschreibungen betreffen alle Anlagen mit einer installierten Leistung über 750 KW. Teilnahmevoraussetzung ist zudem, dass die Anlage eine Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz erhalten hat und dies an das Anlagenregister der Bundesnetzagentur drei Wochen vor dem Gebotstermin bis zum 10. April 2017 gemeldet worden ist.

Förderung von Windenergie sehr gefragt

Auch die Finanzierung von Windkraftanlagen liegt im Trend. Das zeigen Zahlen der landwirtschaftlichen Rentenbank. Das gesamte Neugeschäft mit Programmkrediten betrug 2016 7,7 Mrd. € (Vorjahr: 7,8 Mrd. €). Erneuerbare Energien zogen kräftig um rund 27 Prozent auf 1,9 Mrd. € (1,5 Mrd. €) an. Die Nachfrage nach Finanzierungen für Windkraftanlagen erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um rund 37 Prozent auf 1,5 Mrd. €.

Deutschland wichtigster Markt für Windenergieanlagen

Erklärtes Ziel des EEG war vor 16 Jahren, jungen Technologien wie Wind- und Sonnenenergie mit festen Vergütungen auf die Sprünge zu helfen. Einer Studie der HSH Nordbank von Ende 2016 zu Folge ist Deutschland mittlerweile der wichtigste Markt für Windenergieanlagen und zugleich größter Produzent von Windstrom europaweit. Auch weltweit hat Deutschland einen Spitzenplatz inne: Mit 6013 Megawatt an neu gebauten Windanlagen lag es hinter China und den USA im jahr 2015 auf Platz drei, geht aus Zahlen der internationalen Handelsvereinigung der Windenergieindustrie (Global Wind Energy Council) hervor. (got)
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