az-Länderserie Argentinien

Wichtiger Proteinlieferant für Europas Mischer


Die argentinische Weizenproduktion 2014/15 (Erntezeitraum: November bis Januar) erreicht laut der Juni-Schätzung des US-Agrarministeriums USDA 12,5 Mio.t. Damit fällt die Produktion zwar 2 Mio.t höher aus als noch im Vorjahr, aber in der Rückschau verhältnismäßig klein. Um die Jahrtausendwende herum haben argentinische Landwirte noch rund 20 Mio.t Weizen im Jahr gedroschen. Jedoch führten eine hohe Exportsteuer und komplizierte Auflagen für die Ausfuhr dazu, dass Landwirte die Anbaufläche um mehr als ein Drittel zugunsten von Gerste reduzierten. Denn für die Vermarktung von Gerste sind die bürokratischen Hürden weniger hoch. Im laufenden Wirtschaftsjahr wird Argentinien laut USDA-Prognose 5 Mio.t Weizen exportieren. Hauptabnehmer ist der Nachbar Brasilien. Für die kommende Saison 2015/16 geht das USDA von einem deutlichen Anstieg der Exporte auf 6,7 Mio. t aus, da das Land in den beiden vorangegangenen Wirtschaftsjahren große Endbestände aufgebaut hat.

Traditionell eine wichtige Bedeutung besitzt in Argentinien der Maisanbau. Hier kam es vor allem in den 1990er und 2000er Jahren zu einer massiven Ausweitung der Anbaufläche. Dieser Trend hat sich in den vergangenen Jahren jedoch nicht fortgesetzt, da der Anbau von Sojabohnen deutlich lukrativer ist. Die diesjährige Maisernte (Erntezeitraum: März bis Mai) beläuft sich laut aktueller Schätzung des USDA auf 25 (Vorjahr: 26) Mio. t. Von der gesamten Produktion fließen in dieser Saison 15,5 Mio. t in den Export. Nach den USA und Brasilien ist Argentinien damit der drittgrößte Anbieter von Mais am Weltmarkt.

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Bei Sojabohnen (Erntezeitraum: April/Mai) nimmt Argentinien mit einer Produktion von 59,5 (53,5) Mio. t 2014/15 hinter den USA und Brasilien Rang 3 am Weltmarkt ein. 55 Prozent der argentinischen Ackerfläche entfallen auf den Sojaanbau. Von der Ernte werden laut USDA 8 Mio. t direkt exportiert, und zwar vornehmlich nach China. Fast 40 Mio.t der brasilianischen Sojaproduktion werden in dieser Saison laut USDA in den inländischen Ölmühlen unter anderem zu 30,6 (27,9) Mio. t Sojaschrot und 7,5 (6,8) Mio. t Sojaöl verarbeitet. Argentinisches Sojaschrot wird zu 95 Prozent exportiert – ein wichtiger Abnehmer ist die Mischfutterindustrie in der EU. Sojaöl fließt mit 4,6 (4,1) Mio. t zu annähernd zwei Dritteln in den Export, der Rest in die Biodieselproduktion. Dieser vormals sehr lukrative Sektor kämpft jedoch mit massiven Absatzschwierigkeiten, vor allem aufgrund hoher Importzölle in der EU. (az)

Mit herzlichem Dank für die Unterstützung an KS Agrar
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