Restrukturierung

Wichtiger Schritt im Anleihe-Tausch geschafft

Debt-to -Equity-Swap
Aus Sicht des Unternehmens
Im Falle einer Restrukturierung verbessert eine solche Transaktion die Eigenkapital und sorgt für Liquidität des Schuldners, weil Lasten für Zinsen und Tilgung entfallen.

Aus Sicht des Investors
Diese Transaktion ist hochrisikobehaftet. Oft ist es aber für Gläubiger die einzige Alternative zu einem Totalverlust. Schafft das Unternehmen den Turnaround, bietet sich für den Investor zudem die Möglichkeit von Kursgewinnen, die möglicherweise über den Betrag der einstigen Forderung hinausgehen.
Beide Maßnahmen hatte die Gesellschafterversammlung Ende Oktober beschlossen. Das Stammkapital umfasst nun 1,62 Mio. €, davon wurden
1,539 Mio. € gegen Sacheinlagen durch Einbringung der Schuldverschreibungen aus der Ekotechnika-Anleihe 2013/2018 eingebracht.

Der Landmaschinenhändler Ekotechnika war wegen des Rubel-Verfalls in die Schieflage geraten. Aufgrund der hohen Verluste konnte das Unternehmen seine Schulden nicht mehr bezahlen. Die Anleihe-Gläubiger sollen nun ihre Schuldverschreibungen in Aktien tauschen.

Aktien annehmen oder Barausgleich?

Mit dem aktuellen Schritt seien wesentliche Voraussetzung für das anstehende Erwerbsangebot geschaffen, in welcher die Anleihegläubiger die Möglichkeit haben, das Erwerbsrecht zum Bezug von neuen Aktien Serie A auszuüben oder einen Aktienbarausgleich zu beanspruchen, hieß es von Seiten des Unternehmens.

Für einen Teil der Aktien aus nicht angenommenen Erwerbsrechten liegt ein garantierter Kaufpreis von 3,19 € je Aktie (entspricht  81,82 € je 1.000 € Schuldverschreibung) vor, der sich an der geschätzten Insolvenzquote orientiert. Genauere Angaben zu Barausgleich machte das aber Unternehmen nicht.

"Zur Höhe können wir derzeit keine zuverlässigen Angaben machen", schreibt das Unternehmen auf seiner Internetseite. Die hänge unter anderem davon ab, wie viele Anleihegläubiger von ihrem Erwerbsrecht Gebrauch machten. Je weniger Aktien erworben würden, desto mehr Aktien müssten von der Abwicklungsstelle verwertet werden. Dies könne dazu führen, dass eine große Anzahl Aktien auf geringe Nachfrage treffe. Die Erwerbsverpflichtung der Ekotechnika sei aber auf einen Gesamtbetrag von 2 Mio. € begrenzt. Sollten also Aktien im größeren Umfang nicht bezogen werden, könne die Barabfindung auch unter dem garantierten Kaufpreis liegen.

Die Erwerbsfrist beginnt voraussichtlich Ende November und ist für mindestens 14 Tage angesetzt. Alle Anleihegläubiger erhalten fristgerecht eine separate Information ihrer Depotbank zum Erwerbsangebot.

Rechtform muss noch geändert werden

Neben den oben genannten Kapitalmaßnahmen wurden auf der Gesellschafterversammlung eine Barkapitalerhöhung und der Formwechsel in eine Aktiengesellschaft (AG) beschlossen.

Der wirksame Rechtsformwechsel in eine AG ist ebenfalls Voraussetzung für die Durchführung des Erwerbsangebots. Einzelheiten dazu will das Unternehmen in den nächsten Tagen bekannt gegeben.

Solte das Erwerbsangebot erfolgreich verlaufen, ist noch für Dezember 2015 die Einbeziehung der Ekotechnika-Aktien zum Handel im Freiverkehr einer deutschen Börse geplant. (mrs)

 
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