Die Agrar- und Ernährungswirtschaft reagiert auf den Vorschlag für eine Finanztransaktionssteuer. Eine steuerliche Belastung von Warentermingeschäften lehnt die Branche ab.

Der Deutsche Bauernverband (DBV), der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) und die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) haben heute in einer gemeinsamen Mitteilung gefordert, dass die von der EU-Kommission vorgeschlagene Finanztransaktionsteuer die Agrar- und Ernährungswirtschaft bei ihren Warentermingeschäften nicht zusätzlich belasten dürfe .

Die Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft seien dringend darauf angewiesen, die Risiken aus den zunehmenden Agrarpreisschwankungen abzusichern. Warenterminbörsen seien heute auch in der EU ein unverzichtbares Instrument des Risikomanagements, unterstreichen die Verbände.  

Zwar seien die von der Kommission formulierten Ziele, den unverantwortlichen Handel mit Finanzprodukten einzudämmen und  den Finanzsektors an der Konsolidierung der öffentlichen Haushalte zu beteiligen, nachvollziehbar. Aber weder diese Börsen noch die Agrar- und Ernährungswirtschaft seien für die Auswirkungen der EU-Finanzkrise verantwortlich. Eine steuerliche Belastung dieses Risikomanagements sei für DBV, DRV und BVE deshalb nicht akzeptabel und werde nachdrücklich abgelehnt. (sch)
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