Rolle rückwärts

Wiesenhof ohne Gentechnik


Wiesenhof versucht, den Konsumenten zu folgen, unter anderem mit dem Privathof-Programm
-- , Foto: PHW
Wiesenhof versucht, den Konsumenten zu folgen, unter anderem mit dem Privathof-Programm

Die Umweltorganisation Greenpeace zeigt sich mit der ersten Etappe zufrieden. Sie teilte am Wochenende mit, dass die PHW-Gruppe, Rechterfeld, für ihre Geflügelmarke Wiesenhof ab 2015 auf Gentechnik im Futter verzichten werde. Greenpeace führt die Entscheidung auf ihre anhaltenden Proteste zurück.

„Wiesenhofs Entscheidung gegen Gen-Soja ist ein Signal an die gesamte Geflügelbranche“, kommentiert die Organisation und fordert andere Geflügelproduzenten wie Rothkötter auf, wieder zu Futter ohne Gentechnik zu wechseln. Langfristig sollten alle Fleischerzeuger auf heimische und nachhaltig produzierte Futtermittel setzen, so eine Greenpeace-Sprecherin.

Verzicht mit Widerruf

Die deutsche Geflügelwirtschaft hat viele Jahre weitgehend auf Gentechnik im Futter verzichtet. McDonald's beugte sich bereits 2001 der Anti-Gentechnik-Kampagne von Greenpeace. Im Februar 2014 hat der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) dann aber die Zusage, gentechnikfreies Futter zu verwenden, zurückgezogen. Zur Begründung machte der Verband geltend, dass zu wenig Soja ohne Gentechnik am Markt verfügbar sei. Im April 2014 folgte McDonald's und teilte mit, wieder Hähnchenprodukte anzubieten, die von Tieren stammen, die gentechnisch verändertes Futter erhalten haben. (db)

Als nächstes fordert die Organisation McDonald’s auf, sich dem Verzicht anzuschließen. Der Fastfood-Anbieter spiele in Deutschland als Abnehmer von mehr 21.000 t Geflügelfleisch pro Jahr eine zentrale Rolle. Das Argument, dass eine Fütterung mit gentechnikfreiem Futter nicht möglich sei, weist Greenpeace mit harschen Worten zurück. „Die Wiesenhof-Entscheidung zeigt: McDonald’s lügt.“

Die PHW-Gruppe verfüttert nach Angaben von Greenpeace in der Hähnchenmast (Marke Wiesenhof) jährlich etwa 150.000 t Sojaschrot und schlachtet im Jahr ungefähr 240 Millionen Tiere. Das Unternehmen weist für 2012/13 einen Umsatz von 2,45 Mrd. € aus. Damit handelt es sich um Deutschlands größten Geflügelkonzern. Seit 2011 testet PHW auch die Vermarktungsmöglichkeiten von Fleisch, das aus Verfahren mit einem höheren Anspruch an den Tierschutz stammt. Die Marke „Privathof“ hat allerdings 2012/13 erst rund 2 Prozent zum Gesamtumsatz beigetragen. (db)
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