Bereits im Jahr 1897 gab es im Raps 25 Prozent Kornverlust. Im Jahr 1925 trieb der Kohlschotenrüssler sein Unwesen. Rund 30 bis 40 Prozent des Ertrags waren dahin. Selbst um die Bienen sorgte man sich damals. So lieferte ihre Gefährdung das Hauptargument gegen Arsenstäubemittel. Damals wie heute sollten die Insektizide, ausgebracht im Herbst, die Jungpflanzen schützen. Damit diese gut auflaufen und überwintern konnten. Am Ende zählte eine üppige Ernte.

Mit dem Verbot der Neonikotinoide verloren alle Beteiligten eine bequeme Lösung der Schädlingsbekämpfung, sagt Heimbach. Lange Zeit sei die Forschung zu Resistenzen in Pflanzen zu kurz gekommen. Eine einfache chemische Lösung in Form der insektiziden Beizung habe gereicht. Diese werde es künftig aber nicht mehr geben, vermutet er. Denn obwohl gegen die Beizung aus fachlicher Sicht nichts einzuwenden ist, spielte dieser Aspekt auf der europäischen Entscheidungsebene kaum eine Rolle. In der Praxis fehle nun die Erfahrung beispielsweise mit dem Blattlausbefall. Besonders eine angewandte Forschung sei nun wichtig, um Resistenzen in Biotests nachzuweisen. (has)
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