Winterraps in Polen umfangreich geschädigt

In Polen erwägen viele Landwirte den Umbruch von Winterraps. Vor allem im Nordosten haben die Bestände unter langen Frösten gelitten. Bisherige Ernteprognosen könnten sinken. In allen Teilen Polens ist Raps geschwächt aus dem Winter gekommen. Der Rapsverband KZPR geht davon aus, dass landesweit 10 bis 15 Prozent der Bestände geschädigt sind. Im Norden und Nordosten könnten Auswinterungen auf bis zu 50 Prozent der Fläche aufgetreten sein, fürchtet der Verband. Wo es keine Totalschäden gibt, empfehlen Berater jedoch Zurückhaltung mit dem Umbruch. Denn auch wenn nachgesät wird, sind keine hohen Erträge zu erwarten.

Auswirkungen auf die polnische Rapsernte 2011 lassen sich noch nicht beziffern. In den Statistiken der EU-Verbände, die vorigen Freitag veröffentlicht worden sind, ist für Polen eine Rapsfläche von 790.000 bis 800.000 ha ausgewiesen. Gegenüber dem Vorjahr wäre das etwa die gleiche Fläche oder geringfügig mehr. Im Herbst gab es jedoch bereits Zweifel, ob tatsächlich die Anbaufläche des Vorjahres gehalten werden kann, weil die Aussaatbedingungen ungünstig waren. Kommen jetzt umfangreiche Auswinterungsschäden hinzu, dürften die Erträge abfallen. Bisher sind in den EU-Prognosen mittlere Erträge unterstellt, mit denen sich eine polnische Rapsernte 2011 zwischen 2,1 und 2,2 Mio. t errechnet. An einer solchen Menge etwa auf Vorjahresniveau wachsen in Polen zunehmend die Zweifel. (db)
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