Wirbel um Feldmäuse-Bekämpfung


In Sachsen-Anhalt gilt eine Sondergenehmigung für die Ausbringung bestimmter Feldmäuse-Pflanzenschutzmittel. Der Naturschutzbund fordert mehr Aufklärung. Für 120 Tage gilt in Sachsen-Anahlt seit Mitte November eine Sondergenehmigung. Damit kann bis zum 15. März 2013 das Mittel "Ratron-Feldmausködern" mit dem Wirkstoff Chlorphacinon zur Feldmausbekämpfung auf Ackerflächen eingsetzt werden. 

Wie in Thüringen sind auch Regionen in Sachsen-Anhalt schon mehr als ein Jahr von starkem Mäusebefall betroffen. In den Herbstsaaten sind bereits einige Kahlstellen deutlich sichtbar. Nun können Landwirte bei den zuständigen Umweltämtern Anträge stellen, um den Wirkstoff Chlorphacinon einzusetzen. Voraussetzung hierfür ist, dass die untere Naturschutzbehörde einer Bekämpfung auf den betroffenen Flächen zustimmt. 

Das Mittel darf auf Kulturland nur bei Starkbefall in den Landkreisen Burgenlandkreis, Saalekreis, Mansfeld-Südharz, Harzkreis, Salzlandkreis, Bördekreis, Wittenberg und Anhalt-Bitterfeld im Streuverfahren mit einer maximalen Aufwandmenge von 10 kg/ha auf Teilflächen in Getreide, jedoch nicht nicht in Raps, angewendet werden. Die Ausbringung der Ratron Feldmausköder mit der Legeflinte oder in Kombination mit Zinkphosphid-haltigen Präparaten ist nicht zulässig, heißt es in der Verordnung.

Kurz vor dem Jahreswechsel hatte sich der Naturschutzbund in einer Mitteilung kritisch zu der Sondergenehmigung im Landkreis Wittenberg geäußert. Bei einer breitwürfigen Ausbringung des Mittel sei nicht auszuschließen, dass auch andere Säugetiere sowie Greifvögel das Gift aufnehmen.

Vor allem das Burgenland ist von der Mäuseplage betroffen, teilt der Landesbauernverband Sachsen-Anhalt mit. In Wittenberg habe kein Landwirt einen Antrag gestellt. Viele Landwirte haben im vergangenen Sommer bereits Köderstationen mit Zinkphosphid-Präparaten in Pappröhren oder Giftlinsen mit Legeflinten ausgebracht. Zudem wurde eine intensive Bodenbearbeitung durchgeführt. Auf Grund des Kälteeinbruchs im Dezember und die vielen Niederschläge sei derzeit der Mäusebefall niedrig, so ein Sprecher des Verbandes. Ein Großteil der Arbeit an den Feldrändern übernehmen auch die Füchse. Problematisch seien Schäden, die die Schermaus unterirdisch, besonders an Obstbäumen, anrichtet. (da)
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