Bio-Siegel

Wirtschaft ist zurückhaltend

Diese Frage bewegt auch den bayerischen Landwirtschaftsminister Helmut Brunner, der  in München ein neues Bio-Siegel vorstellte. "Wer beim Einkauf auf Bio setzt, kann nun zielsicher zu biologisch erzeugten Lebensmitteln aus Bayern greifen! Ich will mit unserem bayerischen Bio-Siegel die ständig wachsende Nachfrage nach Bio auf regionale Produktion und Vermarktung lenken. Eine einfache, klare und einprägsame Kennzeichnung sorgt nun für Transparenz und Verlässlichkeit – hier steckt zu 100 Prozent Bio und Bayern drin", sagte er vor der Presse.

Das Siegel sei auch Bestandteil eines Landesprogrammes „BioRegio Bayern 2020“. Ein ganzheitlicher Ansatz – mit den Bereichen Forschung, Bildung, Beratung, Förderung und Vermarktung – um den Ökolandbau in Bayern zu forcieren. Mit diesem Paket unterstütze der Freistaat den Ökolandbau wie kein anderes Bundesland. Das zeigten auch die Zahlen: Der Freistaat ist mit 7.350 Bio-Betrieben und 228.000 Hektar ökologisch bewirtschafteter Fläche bundesweit das bedeutendste Öko-Land, betonte Brunner. Sein Ziel ist es, die Ökoproduktion in Bayern in den kommenden fünf Jahren zu verdoppeln, "denn noch nie haben sich Bio-Lebensmittel so gut verkauft wie heute. Viele Verbraucher würden stärker zu heimischen Bio-Produkten greifen, wenn die Herkunft klar erkennbar wäre, so der Minister.

In der Wirtschaft sieht man die Angelegenheit nicht so euphorisch. Eine Umfrage unter bayerischen Müllern ergab beim Thema: "Geprüfte Qualität, Bio aus Bayern" ein differenziertes Bild. Für das neue Bio-Siegel gibt es jedenfall keine eindeutige Mehrheit: 45 Prozent der Befragten halten das neue Siegel für überflüssig, weil es bereits genug Bio- und Herkunftszeichen gib und der Verbraucher die vielen Siegel oft gar nicht mehr unterscheiden kann. 37 Prozent halten es dagegen für gut, weil damit eine höhere Wertschätzung für bayerische Bio-Produkte erreicht wird. 18 Prozent gaben bei der Umfrage an, dazu keine Meinung zu haben. (HH)
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