Clemens Tönnies will die Diskussion um die Werksverträge versachlichen
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Clemens Tönnies will die Diskussion um die Werksverträge versachlichen

Die Stadtverwaltung und Vertreter von Kirchengemeinden, sozialen Organisationen und Gewerkschaften hat Clemens Tönnies an einen „Runden Tisch“ eingeladen. Es sollte über die Situation von Werkvertragsarbeitern bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück gesprochen werden.

Am Tönnies-Schlachthof Weidemark in Sögel (Emsland) wurden bereits Vereinbarungen zur Verbesserung der Wohnbedingungen der Arbeiter getroffen. Der Bürgermeister der Gemeinde Sögel, Günter Wigbers, berichtete dem runden Tisch über die dortige Vereinbarung.

Das seien im Wesentlichen drei Punkt: Dienstleister, die für Tönnies Werkverträge mit Arbeitern abschließen, sollen 8,50 € Mindestlohn zahlen. Zum Zweiten werden die Unterkünfte von den Ordnungsämtern überprüft und freigegeben und sollen über dem gesetzlichen Mindeststandard hinaus ausgestattet sein.

Zudem hat die Gemeinde in Sögel eine unabhängige Beratungsstelle eingerichtet, die Werksarbeiter zu den sozialen und gesetzlichen Ansprüchen in Deutschland berät. Die Mitarbeiter dort beherrschen auch die Sprachen, die die Werksarbeiter sprechen. Diese Beratungsstelle soll von den Werksvertrags-Dienstleistern finanziert werden.

Gestern wurde an dem Runden Tisch geprüft, ob dieser sogenannte „Sögeler Weg“ auch in Rheda Wiedenbrück zu beschreiten sei. Dieser Standort ist wesentlich größer als in Sögel und die Mitarbeiter sind über das Stadtgebiet hinaus verstreut.

Gegenüber agrarzeitung.de sagte ein Sprecher des Unternehmens, dass Tönnies gerne auch mehr Arbeiter direkt anstellen wolle. Diese zögern jedoch auf solche Angebote einzugehen, da sie dann in Deutschland nicht nur Einkommensteuer sondern auch Sozialabgaben zahlen müssten und zudem sich nicht langfristig binden wollen. (hed)
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