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Die Weizenerzeugung in Ägypten deckt mit rund 8,1 Mio. t in der Kampagne 2015/16 kaum den Inlandsverbrauch an Weizen, der auf 19,2 Mio. t taxiert wird. Davon fließen offiziell 1,4 Mio. t in die Tierfütterung sowie 17,8 Mio. t in die menschliche Ernährung. Entsprechend hoch ist der Importbedarf Ägyptens an Weizen. Diesen beziffert das US-amerikanische Landwirtschaftsministerium USDA auf 11,0 Mio. t. Importe erfolgen zum einen über die staatliche ägyptische Einkaufsagentur GASC, welche diese über Tender abwickelt, zum anderen aber auch über „private“ Importeure. Die wichtigsten Lieferanten für Weizen nach Ägypten sind Russland, Rumänien, die Ukraine, Frankreich und die USA.

Importe werden jedoch erschwert durch unklare Zuständigkeiten der ägyptischen Behörden untereinander, was oft für Unruhe unter den Exporteuren sorgt. Während beispielsweise das Versorgungsministerium, welchem die GASC untergeordnet ist, einen Grenzwert für Mutterkorn von unverändert 0,5 Prozent vorgibt, hat die Quarantänebehörde, die dem Agrarministerium unterstellt ist, Einfuhren nur mit 0,0 Prozent Mutterkornbefall akzeptiert und dabei sogar Frachtern die Entladung verweigert und diese retourniert.

Zweitwichtigstes Importgut Ägyptens ist Mais. Die eigene Produktion liegt 2015/16 bei 6,0 Mio. t, der Verbrauch bei 14,5 Mio. t, wobei 12,1 Mio. t zur Tierfütterung und 2,4 Mio. t zur Ernährung verwendet werden. Der zusätzliche Importbedarf wird auf 8,25 Mio. t veranschlagt, der mit Ware aus den USA, der Ukraine und Argentinien gedeckt wird.

Die wichtigsten selbst produzierten Agrargüter Ägyptens neben Weizen, Mais und Reis sind Zuckerrohr sowie Zuckerrüben. Diese Produkte werden für den Eigenkonsum erzeugt. Zu den für den Export relevanten Agrargütern zählen Gemüse, hier vor allem Kartoffeln und Tomaten, sowie Reis.

Aufgrund der guten Wachstumsbedingungen kann Ägypten mit dem global höchsten Ertrag bei Zuckerrohr aufwarten. Rund 16,0 Mio. t Zuckerrohr ernteten ägyptische Landwirte 2014 von 140000 ha Fläche. Wegen der guten Wachstumsbedingungen ist der Ertrag einer der höchsten global. Aber auch Zuckerrüben werden angebaut und 11 Mio. t Rüben geerntet. In acht Zuckerfabriken wird daraus Zucker erzeugt, der trotzdem lediglich 70 Prozent des Eigenverbrauchs deckt, sodass auch hier zusätzliche Importe notwendig sind. az


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