Genossenschaften

ZG Karlsruhe weist Verlust aus

Mit Verspätung informiert heute der Vorstand der ZG Raiffeisen über das Geschäftsjahr 2016. Grund war eine grobe Fahrlässigkeit von Verantwortlichen bei der Tochtergesellschaft ZG Raiffeisen Energie GmbH. Nun liegen die Zahlen vor: insgesamt 10 Mio. € beträgt der Verlust im vergangenen Jahr 2016, den die ZG Raiffeisen Energie GmbH infolge einer nicht ordnungsgemäß überwachten Systemumstellung bereits seit dem Jahr 2014 verursacht hat. Dies führte zu Fehlkalkulationen im Ein- und Verkauf von fossiler Energie bei der ZG Raiffeisen. Die gesamte ZG-Raiffeisengruppe muss deshalb für 2016 einen Verlust von 3,6 Mio. € ausweisen, sagte heute vor der Presse in Karlsruhe der Vorstandsvorsitzende, Ewald Glaser.

Ewald Glaser (links) und Lukas Roßhart erwarten für 2017 wieder ein positives Ergebnis.
-- , Foto: da
Ewald Glaser (links) und Lukas Roßhart erwarten für 2017 wieder ein positives Ergebnis.
Am Dienstag informiert der Vorstand zur Mitgliederversammlung im badischen Bühl die Anteilseigner über ein Negativergebnis von 8,3 Mio. € des genossenschaftlichen Unternehmens. Eine kleine Wiedergutmachung dürfte eine Dividende von drei Prozent an die 4.740 Anteilseigner sein. Denn der Verlust soll über Rücklagen ausgeglichen werden. Glaser verspricht, es handle sich um einen einmaligen Vorgang. Der Jahresumsatz der ZG-Gruppe betrug 2016 rund 1 Mrd. €.

Alle negativen Effekte aus dem Schadensfall bei der Tochtergesellschaft ZG Raiffeisen Energie haben sich in der Bilanz 2016 niedergeschlagen und als bereinigter Jahresabschluss in 2015. Glaser rechnet nun für 2017 mit einer Versicherungsentschädigung, weil es sich um eine grobe Fahrlässigkeit gehandelt habe, ohne eine Summe zu nennen. Von einem Geschäftsführer und einem Einkäufer bei der ZG Energie habe man sich einvernehmlich getrennt. Ein Mitarbeiter war 42 Jahre im Unternehmen beschäftigt. Eine Bereicherung oder Vorsatz hätte nicht stattgefunden, bestätigt Glaser. Seit Oktober ist ein neuer operativer Geschäftsführer mit Energieerfahrung an Bord.

Was die Hochrechnung für die ZG-Raiffeisengruppe für das laufende Jahr 2017 betrifft, ist Glaser optimistisch, ohne die Ereignisse "klein zu reden". Die bereits angelaufene Maisernte verspricht gut zu werden, dazu kommt die Versicherungsentschädigung und Steuereffekte durch den Verlustvortrag. Deshalb erwartet er nach zwei Verlustjahren einen positiven Jahresüberschuss für 2017 von 11,3 Mio. € für die ZG Raiffeisen-Gruppe. Es könnte sogar zu einem der besten der ZG Raiffeisen werden. (da)
stats