Agrarhandel

ZG Raiffeisen hält Kontrakttreue

Der ZG-Vorstand gibt einen Überblick über die Getreideernte in Baden.
-- , Foto: IHW
Der ZG-Vorstand gibt einen Überblick über die Getreideernte in Baden.

Über einen sehr unterschiedlichen Geschäftsverlauf berichtet heute Dr. Ewald Glaser, Vorstandsvorsitzender der ZG Raiffeisen, in Iffezheim bei Baden-Baden. Im 1. Halbjahr 2014 ist der Umsatz preisbedingt um 12,5 Prozent auf 688 Mio. € gesunken. Vor allem rückläufige Kurse bei Düngemitteln und Getreide sorgten für den Rückgang. Zudem habe der milde Winter für weniger Heizölverkäufe gesorgt.

Allerdings erwartet Glaser, dass es nach einer guten Ernte 2014 zu keinen weiteren Rückgängen im 2. Halbjahr kommen dürfte. Das wirtschaftliche Umfeld bezeichnet der Vorstand als stabil. Vor allem die Maisernte verspricht sehr gut zu werden. Somit könnten die höheren Erträge das schwächere Preisniveau wieder ausgleichen. Insofern geht er von einem Umsatzrückgang von 5 Prozent für die ZG-Raiffeisen-Gruppe im Gesamtjahr 2014 aus. Das voraussichtliche Ergebnis dürfte über dem Vorjahr liegen, sodass Glaser weiterhin mit einer Dividende und Warenrückvergütung von rund 1,6 Mio. € für die rund 3.400 Mitglieder rechnet.

Entgegen dem bundesweiten Trend konnte die ZG eine über 10 Prozent bessere Vorvertragsquote bei Getreide und Mais für die Ernte 2014 erreichen. Zu einem frühen Zeitpunkt sei eine Fixierung der Erntemengen zu höheren Preisen möglich gewesen. Insgesamt erwartet Glaser bei Weizen eine stabile Tendenz, insbesondere wenn es um Qualitätsweizen geht. Auch im Arbeitsgebiet der ZG sind die Proteinwerte und Fallzahlen niedriger als im Vorjahr. Doch versicherte der Vorstand, dass „auch wenn die eingefahrene Ernte die vorkontraktlich vereinbarten Qualitätsparameter nicht erfüllen sollten, werden wir nicht mit dem aktuellen Futterweizenpreis abrechnen“. Franz Utz, Geschäftsbereichsleiter Getreide bei der ZG, kündigte für Lieferungen mit Fallzahlen unter 220 Sek. Abschläge in Höhe von 1 bis 6 €/t an. Allerdings wird die Ware auch abgenommen.

Mais ist im Arbeitsgebiet die wichtigste Ackerfrucht. Die kommende Maisernte verspricht großartig zu werden. Im vergangenen Jahr konnte die ZG aufgrund von Trockenheit rund 100.000 t weniger Mais aufnehmen, das dürfte in diesem Jahr nicht passieren.

Im Hinblick auf das russische Importverbot von Agrarerzeugnissen aus der EU sagte Glaser: „Vor allem die indirekten Auswirkungen treffen uns.“ Denn die ZG sei ein großer Erfasser von Mostobst. Nun könnten durch den Importstopp größere Apfel-Mengen aus Polen auf den Binnenmarkt der EU drängen. Polen ist einer der größten Mostobsterzeuger in der EU. Ein hoher Anteil der Mengen wurde nach Russland geliefert. Fallen diese Exporte weg, drücken die Mengen auf den EU-Markt . Dies dürfte zu einem deutlichen Preisrückgang führen. „Das wird im Herbst noch ein spannender Markt werden“, ist Glaser überzeugt. (da) 
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