Heute Mitternacht endet das Konsultationsverfahren zum nationalen Netzentwicklungsplan. In den vergangenen sechs Wochen haben viele Bürger eine Stellungnahme eingereicht.

Zum nationalen Netzentwicklungsplan, der den Ausbau der deutschen Stromnetze im Rahmen der Energiewende regelt, sind nach Angaben des Netzbetreibers Amprion bis zum heutigen Nachmittag etwa 1.000 Stellungnahmen von Verbänden, Ministerien, Bürgerinitiativen und Einzelpersonen eingegangen. Inhaltliche Schwerpunkte sind der mögliche Trassenverlauf und Fragen zur Technik, wie beispielsweise die Möglichkeit der Erdverkabelung.

Ein Sprecher des Netzbetreibers Amprion bezeichnete es im Gespräch mit agrarzeitung.de als „Erfolg", dass sich so viele Menschen an dem Verfahren beteiligt hätten. Es sei wichtig den Dialog zu suchen, um die Akzeptanz für den Netzausbau zu erhöhen Eine hundertprozentige Akzeptanz für den Netzausbau werde es jedoch nicht geben, so der Sprecher.

Am Donnerstag geben die Netzbetreiber ausgewählten Gruppen die Möglichkeit, ihre Stellungnahmen im Rahmen einer Dialogveranstaltung in Berlin mündlich zu erläutern. Von dieser Möglichkeit wird auch der Deutsche Bauernverband (DBV) Gebrauch machen. Dieser hatte den Netzentwicklungsplan in seiner Stellungnahme kritisiert, weil er die „Kernanliegen der Landwirtschaft bisher nur unzureichend berücksichtige."

Der Verband fordert insbesondere, dass bei der Planung von Trassen der Erhalt landwirtschaftlicher Flächen stärker berücksichtigt wird. Zudem dürften für den Naturschutzausgleich für den Bau von Höchstspannungsleitungen keine landwirtschaftlichen Flächen in Anspruch genommen werden. Auch müssten vom Netzausbau betroffenene Landwirte jährlich angemessen entschädigt werden, so der DBV.    

Auf Grundlage der eingebrachten Stellungnahmen werden die Netzbetreiber Amprion, 50 Hertz, Tennet und Transnet BW einen Bericht erstellen. Ab Mitte August ist ein zweites Konsultationsverfahren vorgesehen. Dann können Bürger und Verbände noch einmal acht Wochen lang Stellung nehmen. Die Ergebnisse sollen in den Bundesnetzplan einfließen, den das Bundeskabinett Ende 2012 verabschieden will. (sch)
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