Milchmarkt

Zeichen stehen auf Entspannung

Viele Betrieben hätten ihren Teil zur Marktentlastung beigetragen und die Anlieferungsmengen deutlich zurückgefahren, so der Landvolk-Pressedienst. Laut Statistik sei die Milcherzeugung in Deutschland mit einem Minus von 4,4 Prozent deutlich unter der Vorjahresniveau. Niedersachsens Milchviehhalter haben demnach im Milchwirtschaftsjahr 2016/17 im Vergleich zum Vorjahr 1,4 Prozent weniger Milch angeliefert. EU-Weit liege das Minus für das erste Halbjahr 2017 bei gut zwei Prozent, dagegen hätten die Milchviehhalter in Neuseeland, USA oder Russland die Produktion ausgeweitet. Innerhalb der EU sei diese Entwicklung in Polen, Rumänien und Irland sowie abgeschwächt in Italien und Tschechien zu beobachten. Tierhalter in Deutschland und Frankreich, die als wichtigste Milcherzeugerländer der EU knapp ein Drittel der europäischen Milch stellen, haben die Mengen um mehr als vier Prozent deutlich zurückgefahren.

Die aktuelle Viehzählung mit weniger Kühen und insbesondere jüngeren Zuchttieren lasse nicht auf eine erneute Trendumkehr schließen, so das Landvolk. "Die Milcherzeuger haben auf den Markt reagiert, allerdings zeigen diese Anpassungsreaktionen immer erst mit zeitlicher Verzögerung Wirkung."

Milchausschuss: Staat soll sich nicht in Lieferbeziehungen einmischen

Was sie Neugestaltung der Lieferbeziehungen zwischen Molkereien und Milcherzeugern betrifft, hat der  Milchausschuss im Landvolk Niedersachsen eine eindeutige Haltung: Dies solle Sache der Vertragspartner bleiben und sei nicht Aufgabe des Staates.

Das Landvolk sieht jedoch einen hohen Kommunikationsbedarf zwischen Molkereien und Milcherzeugern, um die Mengenplanung und Markteinschätzung auf allen Erzeugungsstufen aufeinander abzustimmen. Milchviehhalter müssten aus einer realistischen Markteinschätzung selbst Rückschlüsse für ihr Anlieferungsverhalten ziehen. Noch intensiver seien nach Überzeugung des Verbandes Instrumente der Preisabsicherung beispielsweise über die Börse zu nutzen, hiervon könnten insbesondere die Molkereien deutlich stärker profitieren. (mrs)
stats