Zertifikate für Biokraftstoffe


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Der Streit um Alternativen zu den mineralischen Treibstoffen ist längst entbrannt. Die einen sollen den Regenwald bedrohen, andere eine negative Energiebilanz aufweisen. Um Ordnung in das Dickicht zu bringen, fordern die Autohersteller Zertifikate für die „guten“ Biotreibstoffe. „Wir könnten uns vorstellen, dass nur noch zertifizierte Biotreibstoffe von der Mineralölsteuer befreit werden“, regte Hermann Meyer, Büroleiter der Volkswagen-Vertretung in Brüssel, kürzlich auf der „European Grain & Oilseed Convention“ an.

Als Kriterien schlug Meyer in Brüssel die Konkurrenz eines Biotreibstoffs zu Nahrungsmitteln, seine Energiebilanz und seine Umweltverträglichkeit vor. Wenn es wirtschaftliche Anreize gebe, würden sich die besten Treibstoffe durchsetzen, erklärte der Autolobbyist. Die Fahrzeugindustrie bevorzuge Biokraftstoffe der zweiten Generation, die nach ihrer Einschätzung in fünf bis zehn Jahren Marktreife erlangten. Treibstoff aus Zellulose konkurriere im Gegensatz zu Weizen, Mais oder Raps nicht mit Lebensmitteln, argumentierte Meyer. (Mö)

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