Zucker: Fischer Boel macht Ernst

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Den Zuckerpreis will EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel in vier Jahresschritten um 39 Prozent senken, den Rübenpreis um 42,6 Prozent. Nach ihrem Vorschlag, den sie kürzlich an die Kabinette der anderen Kommissare weiterleitete, wird der Zuckerpreis bei 385 EUR/t landen. Fischer Boel geht damit über die von ihrem Vorgänger Franz Fischler vorgesehenen 33 Prozent hinaus. Zu diesem Preis kann Zucker in zahlreichen EU-Mitgliedstaaten nicht mehr produziert werden. Die Kommission sieht für Aussteiger reichliche Entschädigungen vor, die im ersten Jahr der Reform höher seien sollen als in den späteren Jahren. Nur wenn am Ende einer Übergangsperiode der freiwillige Quotenherauskauf nicht ausreichen sollte, will die Kommissarin Quotenkürzungen anordnen. Zwischen A und B-Quote soll zukünftig nicht mehr unterschieden werden. Den Fonds für die Quotenherauskauf sollen die Erzeuger selbst über Abgaben finanzieren. Die Reform der Zuckermarktordnung soll das EU-Budget nämlich nicht belasten. Fischer Boel hat in jüngster Zeit immer wieder entschieden betont, dass sie für den Einzug der Marktkräfte im Zuckersektor ist. Bis zur offiziellen Präsentation am 22. Juni muss die Agrarkommissarin noch ihre Vorstellungen gegenüber ihren Mitkommissaren verteidigen. (Mö)
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