1

Zuckererzeuger aus aller Welt, die auf der World Sugar Farmer’s Conference in Fargo/North Dakota (USA) zusammenkamen, wünschen sich eine Zuckermarktpolitik, die sowohl den Bedarf deckt als auch eine kostendeckende Produktion erlaubt, berichtet die Agrarzeitung Ernährungsdienst in ihrer heutigen Ausgabe. Die Diskussion der gut 100 Vertreter von Zuckerrüben- und Zuckerrohranbauern aus 32 Ländern auf dem US-Kongress, der vom globalen Verband WABCG (World Association of Beet and Cane Growers) ausgerichtet wurde, lässt sich in drei Grundaussagen zusammenfassen:
- Praktisch keine Zuckerwirtschaft der Welt, mit Ausnahme Brasiliens, ist imstande, das „weiße Gold“ kostendeckend, geschweige denn gewinnbringend, zum Weltmarktpreis herzustellen.
- Zuckeranbauer in praktisch allen Produktionsgebieten streben verstärkt an, über Beteiligungen an der Zuckerindustrie mehr Mitsprache in Bezug auf die Verarbeitung und höhere Einnahmeanteile am Zuckerpreis zu erlangen.
- Die Herstellung von Ethanol wächst vor allem in Brasilien sprunghaft und wird auch in Europa zunehmend als alternative Verwertungsform der Rübe für den Fall gesehen, dass die Produktionsrahmen für Zucker enger werden.

Die WABCG hielt in ihrer Schlusserklärung fest, dass die Überversorgung der Weltmärkte mit rapide wachsender Erzeugung in einigen Regionen den Weltmarktpreis für Zucker auf ein Allzeit-Tief gedrückt hat. Sowohl Rüben- als auch Zuckerrohrerzeuger verlangen einen pragmatischen Zugang in den laufenden WTO-Verhandlungen und ein multilaterales Regelwerk mit Rücksicht auf die Besonderheiten des Zuckermarktes und der jeweiligen Produktion. (pos)

stats